Verbandstag der Feuerwehren in Büren.

  • Bueren

B ü r e n (eb). Büren war jetzt die Hauptstadt der Feuerwehren des Kreises Paderborn. Mehr als 800 Kameraden kamen zum Kreisverbandstag in die ehemalige Kreisstadt. Zu den Höhepunkten gehörte der große Festzug, der vom Sportplatz aus auch zum Marktplatz führte, wo die Feuerwehrleute einen Kranz niederlegten. Nach der Rückkehr zur Stadthalle klang der Festtag mit einem gemütlichen Beisammensein aus.

Weichenstellungen standen zuvor während der Kreisverbandsversammlung in der Stadthalle an. Kreisbrandmeister Elmar Keuter aus Buke begrüßte dazu 220 Delegierte der Wehren aus dem gesamten Kreisgebiet. Schwerpunkt war die große Umbruchphase, in der sich die Feuerwehr befindet. Darüber referierte Hartmut Ziepe, Vizepräsident der Vereinigung der Feuerwehren auf Landesebene. »Noch können innerhalb von acht Minuten 200 000 Feuerwehrleute in Deutschland einsatzbereit auf der Straße stehen«, sagte Ziepe, der auch Bezirksbrandmeister im Regierungsbezirk Arnsberg ist.

Aber das werde sich künftig schon wegen des demografischen Wandels ändern. Daher sei bereits eine landesweite Initiative unter dem Titel »Feuerwehrsache NRW« gestartet. Schwerpunkte seien Konzepte zur personellen Neugliederung der Feuerwehren, die Erneuerung von Technik und Taktik und eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit. »Machen Sie den Frauen schöne Augen, werben Sie um sie, denn wir brauchen mehr Frauen in den Feuerwehren«, riet Ziepe den Kameraden.

Als weitere Maßnahme, um den personellen Stand der Wehren zumindest halten zu können, sieht er die Möglichkeit, Menschen mit Migrationshintergrund für das Feuerwehrwesen zu begeistern. Auch die Aufhebung der Altersgrenze von 60 Jahren und der weitere Ausbau der Jugendfeuerwehren müssten Themen sein. Auch die Technik gehöre auf den Prüfstand. Ziepe: »Müssen die Fahrzeuge noch so groß sein oder reichen kleinere aus?«

Als gute Einrichtung haben sich ach Worten von Bezirksbrandmeister Michael Kirchhoff die Bezirksreserven erwiesen. Diese rund 120 Mitglieder zählende Einsatzgruppe, zusammengestellt von Aktiven aus allen Wehren im Kreisgebiet, ist besonders bei überörtlichen Einsätzen, wie Naturkatastrophen, im Einsatz.

Mit Blick auf die personelle Besetzung im Kreis Paderborn kann Kreisbrandmeister Elmar Keuter, der am 1. Juli zum stellvertretenden Bezirksverbandsmeister ernannt wird, zurzeit allerdings noch recht zufrieden sein. Gab es vor zehn Jahren im Kreis 2233 Aktive, sind es zurzeit 2403. Gut entwickeln sich auch die Jugendwehren. Sie umfassten 2006 noch 370 Mitglieder, im laufenden Jahr sind es 557. Während die Zahl der Brände von 515 im Jahr 2002 auf 488 im Jahr 2014 zurückgegangen ist, stiegen die technischen Hilfeleistungen von 1570 auf 2062. Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Feuerwehrdienstunfälle: 2002 waren es noch 14, im Jahr 2014 fast 60.

Reibungslos verliefen die Wahlen zum Vorstand der Kreisfeuerwehr. Geschäftsführer Hubert Halsband wurde ebenso wiedergewählt wie der stellvertretende Kassierer Jörg Runte, Pressesprecher Niklas Schäfers und Beisitzer Friedhelm Knust.

Der Kreisverbandstag im kommenden Jahr findet in Atteln statt. 2017 sind die Feuerwehren dann in Wewelsburg zu Gast.

Ehrungen: Das Feuerwehrehrenkreuz in Bronze erhielten Andreas Kresse (Büren), Hans-Werner Lappe (Borchen), Frank Desel (Hövelhof) und Johannes Lütkemeier (Altenbeken); in Silber Josef Thiele (Borchen), Werner Agnesens (Paderborn), Klaus Keuter (Salzkotten) und Hubert Hesse (Büren); in Gold Kreisbrandmeister Elmar Keuter (Altenbeken). Die Feuerwehrehrenmedaille ging an Landrat Manfred Müller. Besonders ausgezeichnet wurden Allen Piece von der Britischen Armeefeuerwehr und Ralf Husemann.

Bericht: Westfälisches Volksblatt. Fotos: Niklas Schäfers.

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