Jahreshauptversammlung Löschzug Delbrück. Mit der Ehrennadel in Gold des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Delbrück wurde der Delbrücker Notarzt Johannes Fahl ausgezeichnet.

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Delbrück. Zu 234 Einsätzen, darunter sechs Großbrände und 30 Verkehrsunfälle, mussten die 71 Aktiven des Löschzuges Delbrück der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück im vergangenen Jahr ausrücken. Außerdem mussten die Feuerwehrleute 46 mal mit Sonderfahrzeugen bei der Einsatzunterstützung zu Brand- und Hilfeleistungseinsätzen innerhalb der Gesamtwehr ausrücken, berichtete Schriftführer Ralf Schadwinkel bei der Jahreshauptversammlung im Delbrücker Waldkrug.

Im Mittelpunkt des Abends stand der Generationswechsel an der Spitze des Löschzugs, der bereits im November des vergangenen Jahres stattgefunden hatten. Peter Schniedertüns und Johannes Grothoff, die in den vergangenen zwölf Jahren gemeinsam an der Spitze des größten Delbrücker Löschzuges hatten, wurden wurden aus ihren Ämtern verabschiedet. „Sie haben den Löschzug geprägt“, unterstrich Bürgermeister Werner Peitz. In ihre Dienstzeit fallen das 125-jährige Jubiläum des Löschzugs im Jahre 2003, der Umbau des Gerätehauses sowie die Sanierung des Kirchendachs der Delbrücker St.-Johannes-Baptist-Pfarrkirche.
An die Stelle des Führungsduos tritt künftig ein Trio Löschzugführer Jörg Hennemeier, dem das „Hobby Feuerwehr viel Spaß“ macht, wird von den Stellvertretern Ralf und Jens Fischer unterstützt. Als neue Gruppenführer wurden Tim Brand und Frederic Mühlbrandt ernannt.

Im vergangenen Jahr leistete der Löschzug 4.680 Stunden Dienst am Nächsten, Das ergibt eine durchschnittliche Stundenzahl von 64,6 Stunden. Knapp 2.000 Stunden investierten die Einsatzkräfte in die Aus- und Fortbildung.
Das vergangene Jahr stand auch im Zeichen der Umsetzung des neuen, gesamtwehrübergreifenden Fahrzeug- und Aufgabenkonzeptes. Dabei übernimmt jeder Löschzug bestimmte wie Wasserförderung, Wasserrettung oder Löschwassertransport. Der Löschzug Delbrück spezialisiert sich auf sämtliche technischen Hilfeleistungen.
 Statt in Spezialfahrzeuge investiert die Feuerwehr dafür in ein Wechselladersystem mit zurzeit drei Fahrzeugen und einem abstimmten System von Abrollbehältern mit einsatzspezifischer feuerwehrtechnischer Beladung. Fahrzeuge und Behälter wurden gebraucht gekauft und in Eigenarbeit um- und ausgebaut. Das hat der Stadt unterm Strich im vergangenen Jahr rund 100.000 Euro erspart und der Feuerwehr auch endlich den langersehnten Kran mit einer Kapazität von zwei Tonnen beschert. Das System der Abrollbehälter umfasst Lösungen für Umwelteinsätze, Hilfeleistungen bei Unfällen, als rollende Tankstelle oder für den Transport von Schüttgütern.

Zweiteinstieg: Bei der Mitgliederversammlung wurde Johannes Völker als Feuerwehrmann-Anwärter verpflichtet. Befördert wurden zum Feuerwehrmann Dustin Förster, Steffen Kückmann und Marek Thiele; zum Oberfeuerwehrmann/-frau: Sebastian Engels, Johannes Grothoff jun., Claudia Liermann und Henning Thiele; zum Hauptfeuerwehrmann Daniel Brockmann; zum Unterbrandmeister Roman Hagelganz und Daniel Liebner; zum Oberbrandmeister Thomas Kluthe; zum Brandinspektor Jens und Ralf Fischer sowie Jörg Stratmann.
 In die Ehrenabteilung übergeben wurden Martin Heller und Ferdinand Brockmeier. Michael Strunz und Jens Becker wurden als Kassierer und Vize-Schriftführer wiedergewählt.

Im Ringen um einen Notarztstandort in Delbrück wird die Tonart rauer. „Man hat uns angegriffen, Führungskräfte unter Druck gesetzt und uns freundlich Daumenschrauben angelegt“, erklärte Reinhard Brand, Leiter der Feuerwehr Delbrück, bei der Jahreshauptversammlung des Löschzugs Delbrück.
Wenig Verständnis zeigte der Rettungsprofi für eine Heraufsetzung der Hilfsfristen. „Das geht für uns gar nicht, denn nur Schnelligkeit zählt“, fügte er hinzu und betonte, der Feuerwehr Delbrück gehe es um eine „vernünftige Notfallfürsorge“. Ein nur tagsüber zur Verfügung stehendes Notarzt-System in Delbrück könne die 24-Stunden-Versorgung durch den Westenholzer Notarzt Johannes Fahl nicht ersetzen. Deshalb forderte Brand, Fahl „an seinem Platz zu belassen“.

Um die Wertschätzung, die der Notfallmediziner bei der Feuerwehr genießt, zu unterstreichen, zeichnete ihn die Wehrführung mit der Goldenen Ehrennadel des Stadtverbandes aus.

Vize-Landrat Bernhard Wissing und Bürgermeister Werner Peitz rechnen bei der laufenden Unterschriftenaktion zur Sicherung des Status Quo bei der Notarztversorgung auf ein fünfstelliges Ergebnis. Die Listen sollen dann der Bezirksregierung, die in der Notarztfrage das entscheidende Wort hat, vorgelegt werden. Wissing appellierte an alle Beteiligten, die Begleitmusik „maßvoll“ zu gestalten. Peitz sprach sich erneut für eine 24-Stunden-Lösung bei der Notarzt-Versorgung aus. Kreisbrandmeister Elmar Keuter betonte, alle Bürger im Kreis müssten gleich gut versorgt werden. „Wenn es die Zahlen hergeben, müssen weitere Rettungsfahrzeuge her, und wenn es die Zahlen zulassen, muss auch ein Notarzt in Delbrück stationiert werden“, erklärte er wörtlich. Der Kreis hält es überdies für wünschenswert, das fallweise unterstützende Notarzt-System in Westenholz (Johannes Fahl) zu erhalten.

Foto: Hohe Auszeichnungen gab es für verdiente Feuerwehrleute bei der Jahreshauptversammlung des Löschzugs Delbrück der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück. Mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 35-jährige Treue wurden Bernhard II Protte (2. v. r.) und Hans Thiele (2. v. l.) ausgezeichnet. Ehrenzeichen in Silber für 25-jährige Zugehörigkeit erhielten Carsten Geißler und Ralf Schönberner (l.). Mit der Ehrennadel in Gold des Verbandes der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Delbrück wurde der Westenholzer Notarzt Johannes Fahl (r.) ausgezeichnet.

Bericht: Neue Westfälische Ralph Meyer