Ein Herz für die Feuerwehr. NRW-Innenminister Ralf Jäger zeichnet Delbrücker Unternehmen Gepade aus.
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Delbrück (WV). Unglücke richten sich nicht nach dem Feierabend. Wenn's brennt, dann muss die Feuerwehr ran - und dann müssen die Helfer schon mal die Arbeit in ihrem Hauptjob unterbrechen. Auch die Delbrücker »Blauröcke« sind auf verständnisvolle Chefs angewiesen. Einer von ihnen ist Hans-Georg Pamme von Gepade. Er wurde jetzt von NRW-Innenminister Ralf Jäger ausgezeichnet.

Gleich fünf Mitarbeiter des Polstermöbelherstellers sind bei der Feuerwehr und beim Katastrophenschutz aktiv. Für den Firmenchef ist es selbstverständlich, dass er sie im Einsatzfall und für Weiterbildungen freistellt. Doch das Engagement der Familie Pamme geht noch viel weiter: Seit 2005 ist auf dem Firmengelände ein Feuerwehrfahrzeug stationiert, damit die bei Gepade beschäftigten Feuerwehrleute im Notfall schnellstmöglich zum Gerätehaus fahren können.

Das alles war für Stadtbrandinspektor Reinhard Brand Grund genug, die Firma Gepade beim Innenministerium für die Verleihung der Förderplakette »Ehrenamt in Feuerwehr und Katastrophenschutz« vorzuschlagen. Seine Begründung überzeugte den Innenminister, Ralf Jäger überreichte die Plakette am Montag in Düsseldorf an Firmenchef Hans-Georg Pamme. Neben Gepade wurden neun weitere Firmen aus Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Mit der Ehrung rückt die Landesregierung den oft stillen Beitrag von Arbeitgebern für das Gemeinwohl ins Licht der Öffentlichkeit: »Ohne dieses Engagement könnten die Freiwilligen Feuerwehren und Katastrophenschutzdienste der Hilfsorganisationen ihre Aufgaben nicht erfüllen«, dankte Jäger den Arbeitgebern.
In manchen Familienbetrieben gebe es eine regelrechte Feuerwehrtradition, mit der der Einsatz für das Gemeinwohl von Generation zu Generation weitergegeben wird, wusste der Innenminister zu berichten. Das ist auch in Delbrück bei Gepade der Fall. »Nahezu kein Einsatz des Löschzugs Delbrück-Mitte findet ohne Feuerwehraktive der Firma Gepade statt«, sagt Stadtbrandinspektor Reinhard Brand, »zurückzuverfolgen ist dieser Umstand bis in die 50er Jahre, als der Firmengründer Conrad Pamme damals selbst in der Verantwortung des damaligen Amtsbrandmeisters stand.« Zu nennen sei in diesen Zusammenhang zudem auch Johannes Pamme, der Onkel des heutigen Firmenchefs, der lange Jahre stellvertretender Löschzugführer war und heute Sprecher der Ehrenabteilung ist.

Die Feuerwehr Delbrück bewältigt pro Jahr etwa 300 Einsätze. Schon mehrfach sind in den vergangenen Jahren Delbrücker Unternehmer ausgezeichnet worden, die die Löschzüge unterstützen, so bekam der Geschäftsführer der Firma Hartmann Maschinenbau, Thomas Wook, im September 2011 die Goldene Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverbandes. Auch auf andere Firmen wie Bette, Voss, Thielemeyer, Ringkamp oder Möller sei stets Verlass, betont Reinhard Brand. Inzwischen sei es sogar im Rahmen einer Doppelmitgliedschaft üblich, dass aktive Feuerwehrleute, die eigentlich in anderen Städten wohnen und dort Mitglied der Wehr seien, während ihrer Arbeitszeit auch an ihrem Arbeitsort zum Einsatz kämen. Auch dadurch sei die Tagesalarmsicherheit der Delbrücker Feuerwehr gewährleistet.
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Fotos:

Innenminister Ralf Jäger gratuliert Firmenchef Hans-Georg Pamme und Feuerwehrmann Ralf Fischer (von links).

24 Stunden täglich in Bereitschaft: Die Delbrücker Feuerwehr, hier beim Brand der Tischlerei Ebbesmeier im Oktober, ist auf ihre freiwilligen Kräfte angewiesen - und darauf, dass deren Chefs ihnen im Notfall ermöglichen, ihren Arbeitsplatz zu verlassen.

Bericht / Foto: Westfälisches Volksblatt, von Meike Oblau


Neue Westfälische

Delbrück/Düsseldorf.

Innenminister Ralf Jäger zeichnete in Düsseldorf zehn Arbeitgeber mit der Förderplakette "Ehrenamt in Feuerwehr und Katastrophenschutz" aus .
Unter ihren befand sich auch der Delbrücker Gepade-Chef Hans-Georg Pamme. Mit der Ehrung rückte die Landesregierung den oft stillen Beitrag von Arbeitgebern für das Gemeinwohl ins Licht der Öffentlichkeit: "Ohne dieses Engagement könnten die Feuerwehren und Katastrophenschutzdienste der Hilfsorganisationen ihre Aufgaben nicht erfüllen", dankte Jäger den Arbeitgebern.
Eine Jury hatte aus zahlreichen Vorschlägen zehn besondere Arbeitgeber ausgewählt. Sie stellen über das normale Maß hinaus Beschäftigte für Einsätze, Übungen und Fortbildung frei, teilweise unter Verzicht auf die gesetzlich vorgesehene Kostenerstattung. In manchen Familienbetrieben gibt es eine regelrechte Feuerwehrtradition, mit der der Einsatz für das Gemeinwohl von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Für die Auszeichnung mit der Förderplakette wurde auch die Gepade Polstermöbel GmbH & Co. KG aus Delbrück vorgeschlagen. Firmenchef Hans-Goerg Pamme nahm die Auszeichnung in Düsseldorf gemeinsam mit Feuerwehrmann und Mitarbeiter Ralf Fischer entgegen.; Firmenchef Hans-Georg Pamme, der die Auszeichnung in Düsseldorf entgegen nahm, weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig eine gut funktionierende und schlagkräftige Feuerwehr am Ort ist.

Im Frühjahr 2008 erschütterte nach der Mittagspause eine Verpuffung die ausgedehnten Betriebsanlagen am Jüdendamm als ein Mitarbeiter die Absauganlage eine Lackierkabine einschaltete. Eine meterlange Stichflamme setzte in Sekundenschnelle Lacke in Brand, die unter starker Rauchentwicklung brannten. Rund 120 Feuerwehrleuten gelang es, die Flammen innerhalb von rund 45 Minuten durch Schaumeinsatz und einen umfassenden Löschangriff von innen und außen unter schwerem Atemschutz zu löschen. Für die Einsatzkräfte zahlte es sich erneut aus, dass Feuerwehrleute bei Gepade beschäftigt sind. Sie konnten ihre Kameraden einweisen und auf dem schnellstem Weg zum Brandort bringen.

Fünf der 303 Mitarbeiter bei Gepade sind in der Feuerwehr tätig. Dem Löschzug Delbrück gehören Ralf Fischer, Leonard Güniker, Martin Neuschäfer und Hans Thiele an; André Sprenger ist Mitglied im Löschzug Boke.; Die fünf Feuerwehrleute werden für Einsätze und für Weiterbildung freigestellt. Damit die Wege zum Einsatzort schnell zurückgelegt werden können, hat die Inhaberfamilie Pamme auf dem Betriebsgelände eine Garge für ein Einsatzfahrzeug auf dem Betriebsgelände zur Verfügung gestellt. Von dort rückt das Fahrzeug mit den erfahrenen Kräften direkt zu Einsätzen im gesamten Stadtgebiet aus. Ferner wird auch das Betriebsgelände regelmäßig für Grundlehrgänge zur Verfügung gestellt. (my)