50 Jahre alt und fit wie am ersten Tag. Feuerwehr-Förderverein Hövelhof übergibt restauriertes Fahrzeug – Sponsoren gilt Dank.

  • Hoevelhof


Hövelhof: Blitzblank, top in Schuss steht es da, sieht aus wie nagelneu – und doch hat das betagte Löschgruppenfahrzeug, ein LF8 TS, ein halbes Jahrhundert auf dem runden Buckel. Nach einer umfangreichen Frischzellenkur hat der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Hövelhof am Dienstagabend das komplett restaurierte Fahrzeug wieder in die Obhut der Sennewehr übergeben können.

Gerade für die älteren Hövelhofer Feuerwehrleute muss das wie eine Art Zeitreise gewesen sein. Denn viele Wehrmänner, die längst der Alters- und Ehrenabteilung angehören, haben einst auf diesem LF8 TS (wobei TS für Tragkraftspritze steht, die im Heck verbaut ist) gesessen, sind mit dem Rundhauber auf Mercedes-Benz-Fahrgestell zu Einsätzen gefahren – so wie beispielsweise Richard Schmidt, der das nun generalüberholte Schätzchen vor 50 Jahren beim Hersteller abgeholt und nach Hövelhof überführt hatte. »Für uns war das LF8 damals das erste Fahrzeug, das eine Vorbaupumpe hatte«, weiß Schmidt noch heute den Fortschritt anno 1966 zu schätzen.
Überhaupt war das LF8 bei den Feuerwehrleuten äußerst beliebt, es war zuverlässig und durfte praktischerweise damals mit der ganz normalen Führerscheinklasse 3 gefahren werden.

Als das LF8 nach 25 Jahren ausgemustert wurde, gab es die Wehr an die ehemalige Werksfeuerwehr der Hövelhofer Wellpappefabrik Sprick ab, wo es noch eine zeitlang gute Dienste bei Zewawell leistete. Vot gut zehn, zwölf Jahren fand man aber auch in der Fabrik keine Verwendung mehr für den Oldtimer.
Ralf Dirks, Vorsitzender des Feuerwehr-Fördervereins, erinnerte am Dienstagabend anlässlich der Übergabe beziehungsweise Rückführung des Veterans an die Sennewehr daran, dass das Rentnerdasein des LF8 allerdings nicht mit der Verschrottung endete. Bei der DS Smith Packaging Deutschland Stiftung & Co. KG, Werk Hövelhof, gab man dem Oldie eine Art Gnadenbrot. »Es war aber noch voll funktionstüchtig, der Gesamtzustand aber dem Alter entsprechend bescheiden«, bemerkte Dirks.
Bescheiden ist nett ausgedrückt, denn das LF8 wies insbesondere im Karosseriebereich massive Schäden auf. »Da muss ein Fachmann dran«, war für die Mitglieder des Fördervereins schnell klar.

Günter Krukenmeier, Geschäftsführer und Chef der Krukenmeier Fahrzeugbau GmbH in Delbrück-Steinhorst und obendrein Mitglied des Fördervereins, übernahm diese Aufgabe. Allein bei Krukenmeier wurden rund 350 Arbeitsstunden zum absoluten Schnäppchenpreis investiert, weitere 50 Arbeitstunden kamen durch diverse Umbau- und Wiederaufbauleistungen zusammen. Teilweise ist sogar die Originalbeladung wieder an Bord. Bei der Finanzierung des Vorhabens konnte sich der Förderverein, der auch selbst Geld in das LF8 steckte, auf die Unterstützung mehrerer Sponsoren verlassen. Auch die Sparkassenstiftung Paderborn beteiligte sich.

»Erwähnenswert ist, dass dieses Fahrzeug Hövelhof nie verlassen hat«, bemerkt Thomas Westhof, Vize-Vorsitzender des Fördervereins. Und für Bürgermeister Michael Berens steht das alte LF8 für ein Stück »Hövelhofer Urgefühl«.
Dass Wehrführer Peter Kesselmeier das LF8 »unseren Opa« nennt, kommt also nicht von ungefähr. Ganz wichtig ist der Feuerwehr, dass der Oldie noch für die Ausbildung in der Jugendfeuerwehr genutzt werden kann, zumal ja alles funktioniert. Die Nachwuchsleute bekommen so außerdem den direkten Vergleich mit den hochmodernen aktuellen Einsatzfahrzeugen.
Bürgermeister Michael Berens gab bekannt, dass für die Wehr, die bald 85 Jahre alt wird, in Kürze ein neuer ELW (Einsatzleitwagen) bestellt werden
soll.

Bericht: Westfälisches Volksblatt