Paderborner Feuerwehr rettet Über Dreh- und Steckleitern sowie aus Erdgeschossfenstern insgesamt elf Bewohner in den frühen Morgenstunden des Donnerstages aus brennendem Haus.

  • Paderborn
 

Paderborn (my). Dramatische Szenen auf einem engen Hinterhof in der Paderborner Innenstadt: Über Dreh- und Steckleitern sowie aus Erdgeschossfenstern retteten Feuerwehrleute in den frühen Morgenstunden des Donnerstages insgesamt elf Bewohner eines fünfgeschossigen Mehrfamilienhauses an der Neuhäuser Straße.

Um 4.29 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Aufgeregte Anrufer sprachen von verrauchten Wohnungen und unpassierbaren Treppenhäusern. Als die ersten Kräfte wenig später eintrafen, war bereits der gesamte Innenhof verraucht. "Wir haben uns zunächst auf die Menschenrettung konzentriert", berichtet Ralf Schmitz, Leiter der Paderborner Feuerwehr.

Zunächst bauten die 45 Feuerwehrleute der hauptamtlichen Wachen und der Freiwilligen Feuerwehr aus der Innenstadt und der Stadtheide im Hof ein Sprungpolster auf, um Panikreaktionen der Bewohner vorzubeugen. Gleichzeitig tastete sich eine Drehleiter im Rückwärtsgang durch eine enge Zufahrt, die nur wenige Zentimeter breiter als das Fahrzeug war, auf den Hof vor.
 Elf Bewohner, darunter auch eine Mutter mit Kind, wurden bis 5.07 Uhr aus den verrauchten Gebäuden gerettet und im Großraumbus der Feuerwehr von einem Notarzt untersucht. Drei Rettungswagen standen an der Einsatzstelle bereit.

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Während die Bewohner des Hauses, in dem 31 Personen gemeldet waren, in Sicherheit gebracht wurden, drangen die Einsatzkräfte zur Brandstelle im Keller vor und löschten die Flammen. Der Abrollbehälter Atemschutz sorgte für den notwendigen Nachschub an Atemluftflaschen bei den Einsatzkräften.
Äxte und Kettensägen im Einsatz
Um sämtliche Wohnungen kontrollieren zu können, musste die Feuerwehr mehrere Türen und Fenster gewaltsam mit Axthieben und Kettensägen öffnen.

Im Keller brannte ein rund zehn Quadratmeter großer Raum voller Gerümpel. Nachdem die Flammen gelöscht waren, wurde das Treppenhaus mit Hochleistungslüftern entraucht. Zur ambulanten Abklärung wurden eine 26-Jährige, zwei 10 und 15 Jahre alte Kinder  sowie vier Männer im Alter zwischen 31 und 42 Jahren in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Bei den Löscharbeiten wurde auch ein Feuerwehrmann leicht verletzt.
Während des Einsatzes löste gegen 5 Uhr auch die Brandmeldeanlage des benachbarten Perthes-Hauses, einem Pflege- und Wohnheim für Senioren aus. Offenbar hatten die Rauchmelder auf den Brandrauch der benachbarten Brandstelle reagiert. Vorsorglich kontrollierte die Feuerwehr das gesamte Objekt.

Der Sachschaden wird auf rund 30.000 Euro geschätzt. Das Haus ist bis auf Weiteres nicht mehr bewohnbar. Die Brandstelle war vielen Einsatzkräften bestens bekannt. Bereits im Februar 2012 hatte es dort ebenfalls im Keller gebrannt. Die Ermittler stellten seinerzeit fest, dass es sich um Brandstiftung handelte.

Bericht: Neue Westfälische. Fotos: Marc Köppelmann

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Bericht: Polizeipresse

Paderborn: Am frühen Donnerstagmorgen ist es zu einem Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Neuhäuser Straße gekommen. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten mehrere Bewohner durch Feuerwehrleute, teilweise über die Drehleiter, gerettet werden. Sechs Betroffene wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in umliegende Krankenhäuser eingeliefert.

Gegen 04.45 Uhr hatte ein Nachbar die starke Rauchentwicklung aus dem Gebäudekomplex bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Da innerhalb kürzester Zeit das gesamte Treppenhaus dicht verqualmt war, konnten die meisten Bewohner den betroffenen Hausteil nicht mehr selbständig verlassen. Auch für Retter war der Weg versperrt. Erst Feuerwehrleute mit Atemschutz konnten einige Bewohner nach draußen geleiteten. Andere Mieter mussten über eine Drehleiter in Sicherheit gebracht werden. Sämtliche Wohnungen wurden nach Bewohnern durchsucht. Teilweise mussten Türen eingeschlagen werden. Der Feuerwehr gelang es so, alle zehn im Haus befindlichen Bewohner ohne Brandverletzungen aus dem Gebäude zu retten. Sechs Personen im Alter von fünf bis 42 Jahren kamen sofort zur Untersuchung auf Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus. Während der Löscharbeiten stellte die Feuerwehr einen Bus für die Bewohner zur Verfügung, später kamen die Betroffenen in einem nahe gelegenen Hotel unter.

Das im Keller ausgebrochene Feuer vernichtete Kellerverschläge und insbesondere die Versorgungsleitungen. Durch die extreme Rauchentwicklung sind sämtliche Wohnungen betroffen. Die Polizei geht von einer Schadensumme im sechsstelligen Bereich aus. Das Haus ist zur Zeit nicht bewohnbar, sodass die insgesamt 14 Bewohner anders untergebracht werden müssen.

Am Vormittag hat die Kripo die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Mittlerweile wurde ein Sachverständiger in die Untersuchungen eingeschaltet. Ergebnisse stehen derzeit noch aus.

Westfälisches Volksblatt

 

Feuerwehr holt elf Bewohner mit Leitern aus der Feuer-Falle
Dramatische Rettung aus brennendem Wohnhaus

Von Jörn Hannemann
Paderborn (WB). Rettung in letzter Minute: Elf Bewohner eines Mehrfamilienhauses sind in der Nacht zu Donnerstag von der Feuerwehr mit Steck- und Drehleitern aus dem brennendem Haus gerettet worden. Sechs Menschen mussten mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht werden, darunter zwei Kinder im Alter von 5 und 13 Jahren.

Als die Einsatzkräfte vor dem Wohnkomplex zwischen Neuhäuser Tor und Fürstenweg eintrafen, in dem offiziell 31 Personen gemeldet sind, brannte es lichterloh und es gab eine starke Rauchentwicklung. Dichter Qualm stieg durchs Treppenhaus vier Stockwerke in die Höhe und schnitt den Bewohnern den Fluchtweg ab. „Mehrere Bewohner standen bei unserem Eintreffen am Fenster und mussten auf Rettung warten, weil sie nicht mehr durch das Treppenhaus fliehen konnten“, berichtet Einsatzleiter Ralf Schmitz.

Die elf Bewohner, die sich zu diesem Zeitpunkt in dem Haus befanden, wurden mit Steckleitern und einer Drehleiter aus den Wohnungen gerettet. Der Paderborner Feuerwehr-Chef lobte ausdrücklich das Verhalten der Betroffenen, die alle trotz der dramatischen Umstände der Rettungsaktion ruhig geblieben sind und nicht panisch reagierten.

Erschwert hat die Rettungsaktion hingegen die Lage des Mehrfamilienhauses, das sich in einem engen Hinterhof befindet. Dieser ist nur durch eine sehr schmale Zufahrt zugänglich, durch die die Feuerwehr-Drehleiter zunächst nicht fahren konnte. Kostbare Zeit verstrich: Erst mit eingeklappten Seitenspiegeln konnte die Drehleiter das „Nadelöhr“ langsam passieren.  Vorsorglich wurde vor dem Haus ein Luftkissen zur Rettung der betroffenen Bewohner vorbereitet - das am Ende aber nicht eingesetzt werden musste.

Sechs Bewohner mussten ins Krankenhaus gebracht werden, darunter zwei Kinder im Alter von 5 und 13 Jahren. Foto: Jörn Hannemann Das Feuer war nach ersten Erkenntnissen im Keller des Mehrfamilienhauses ausgebrochen. Ein Anwohner bemerkte den Brandgeruch und schlug Alarm. In einem Abstellraum hatten eingelagerte Gegenstände gebrannt. Brandursache und die Höhe des Schadens sind noch unklar.