Jugendfeuerwehr bei 24-Stunden-Dienstbereitschaft gefordert. Vielseitiges Einsatzspektrum der Feuerwehr vermittelt – Großübung in Schöning.

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Delbrück Schöning: Dichter Rauch hüllt die Raifeisen-Zentrale in Schöning ein. Aus einer großen Lagerhalle dringt Qualm und laute Hilferufe sind auf dem weitläufigen Gelände zu hören. Es dauert nich lange, da ist das erste Martinshorn zu hören und schnell gehen junge Feuerwehrleute gegen die verschiedenen Gefahrenherde vor.

Bei dem Szenario handelt es sich um eine Großübung im Rahmen des Berufsjugendfeuerwehrtag der Delbrücker Jugendfeuerwehr, der zum inzwischen sechsten Mal durchgeführt wurde.24 Stunden lang besetzten die 63 Mitglieder der Delbrücker Jugendfeuerwehr alle sechs Gerätehäuser im Delbrücker Land. Gemeinsam mit ihren 38 Betreuuern rückten sie innerhalb des Dienstes zu den verschiedensten Einsätzen aus.

Die insgesamt 43 Einsätzen spiegelten die Einsatzvielfalt der Feuerwehr wieder: Von der Personensuche über Ölspuren, die Beseitigung von Gefahrenstellen bis hin zu technischer Hilfe bei Verkehrsunfällen und der Brandbekämpfung reichte das Spektrum. In der Delbrücker Stadthalle erläuterte beispielsweise Heiner Gausemeier, wie eine Brandmeldeanlage funktioniert. „Der Berufsjugendfeuerwehrtag wird alle zwei Jahre durchgeführt und führt die Nachwuchskräfte an den Alltag einer Feuerwehr heran“, so Stadtjugendwart Jürgen Kersting, der gemeinsam mit seinem Team die Übungsszenarien vorbereitet hat.So warteten auf dem Gelände der Raiffeisen-Zentrale an der Schöninger Straße gleich drei Übungsszenarien auf die jungen Feuerwehrleute. In einer brennenden Lagerhalle wurden sieben Personen vermisst. Vorrangig wurde hier die Rettung der Vermissten aus der Halle und die Einrichtung einer Verletztensammelstelle geübt.

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Parallel zur Suche unter Atemschutz nach den Vermissten, wurde ein großangelegte Löschangriff vorbereitet. Hierzu wurde auch die Rietberger Jugendfeuerwehr als Verstärkung hinzugerufen. An einer zweiten Einsatzstelle topfte eine unbekannte Flüssigkeit von einem landwirtschaftlichen Anhänger. Auch hier galt es zwei verletzte Personen aus ihrer Zwangslage zu befreien und zu dekontaminieren sowie die Gefährlichkeit der Flüssigkeit zu ermitteln und die Ausbreitung zu unterbinden. Beim dritten Übungsszenario war ein Kleinwagen in die Deichsel eines Tankzuganhängers gefahren. Die Deichsel hatte die Frontscheibe durchschlagen und den Fahrer verletzt. Rauch hüllte den Anhänger ein. Dieser konnte sich nicht mehr selber aus dem Fahrzeug befreien. Die Jugendlichen mussten sich eine Zugang zu dem Fahrzeuge verschaffen, um den Verletzten erstzuversorgen und zu betreuen. Anschließend wurde er befreit. Beim Tankanhänger musste ein Entstehungsbrand beseitigt werden und der Anhänger gekühlt werden. „Solche Übungen fördern schon in jungen Jahren den Zusammenhalt.

Auch die Einladung der Rietberger Jugendfeuerwehr spiegelt das Einsatzgeschehen der Feuerwehr wieder, wenn nachbarschaftliche Hilfeleistung angefordert wird“, waren die beiden stellvertretenden Wehrführer Lothar Mühlbrandt und Alfons Heisener mit der Übung sehr zufrieden. Beide Wehrführer unterstrichen die Bedeutung der 1998 gegründeten Jugendfeuerwehr für die aktive Wehr: In allen Löschzügen im Stadtgebiet sind in der Zugführung inzwischen Feuerwehrleute aktiv, deren Karriere einst in der Jugendfeuerwehr begonnen hat. Lobende Worte für den Einsatz der Jugendlichen und ihrer Betreuer fand auch Bürgermeister Werner Peitz vor Ort.

Bericht: Westfälisches Volksblatt, Axel Langer