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Bad Lippspringe (Ka). Einige Teilnehmer waren extra aus Dormagen und Winterberg angereist, andere kamen aus der direkten Nachbarschaft: 25 Jugendfeuerwehr-Gruppen haben am Samstag in Bad Lippspringe die Prüfungen für die Deutsche Leistungsspange abgelegt.

Zumeist monatelange Vorbereitungen liegen hinter den 200 Teilnehmern, die am frühen Samstagmorgen ins Kurwaldstadion einziehen. „Die Wettkampfbedingungen sind perfekt“, freut sich Christian Hoffbauer, Leiter der Jugendfeuerwehr Bad Lippspringe.
Kurz nach 9 Uhr gehen die ersten Wettkampfgruppen an den Start, jedes Team besteht aus neun Teilnehmern. Die Deutsche Leistungsspange ist die höchste Auszeichnung der Jugendfeuerwehr, manche sprechen auch von einem Gesellenstück. Sie wird nie an einzelne Teilnehmer, sondern nur an die erfolgreiche Gruppe insgesamt verliehen. „Das ist schon ein großer gemeinamer Ansporn“, weiß Hoffbauers Stellvertreter Christopher Heinemann zu berichten.
Die 15- bis 18-jährigen Jugendlichen treten in fünf sehr unterschiedlichen Disziplinen an. Zum ersten großen Kräfte- und Stärkemessen kommt es beim Kugelstoßen, hier muss jede Gruppe eine Gesamtweite von mindestens 55 Metern erreichen. Zum ausgeklügelten Fitness-Test gehört auch ein Staffellauf über 1500 Metern. Die erlaubte Höchstzeit liegt bei genau 4:10 Minuten. Mit der Stoppuhr in der Hand verfolgen die Schiedsrichter den Ablauf sekundengenau. Es folgt ein Schnelligkeitstest, bei dem acht C-Schläuche verlegt werden müssen sowie im Anschluss daran ein kompletter Löschangriff. Auch das Verhalten innerhalb der Gruppe fließt in das Endergebnis mit ein.
Soweit der praktische Teil, dem sich  eine mündliche Prüfung anschließt. Hier geht es um Fragen speziell zu den Einsatz- und Löschfahrzeugen und darüber hinaus zur Ausrüstung der Feuerwehrleute. Auch die Allgemeinbildung (Gesellschaft und Politik) der Prüflinge wird getestet. Die Frage „Welche Wahl findet im September statt?“ fällt  nicht schwer zu beantworten.
 Am Rande des Wettkampfs kommt es manchmal auch zu unvorhersehbaren Ereignissen. Kurz nach 10 Uhr muss das Schiedsrichtergespann der Feuerwehr Hövelhof abrücken. Der Grund: Im benachbarten Delbrück brennt eine Bäckerei, und da wird auch die Hilfe der Nachbarfeuerwehr aus Hövelhof benötigt.
Kurz nach 15 Uhr steht das Ergebnis fest. „Alle 25 Teams haben die Prüfungen für die Deutsche Leistungsspange mit Bravour bestanden“, freut sich Erich Dax, der Oberschiedsrichter aus Köln. Zusammen mit Veteranen der Feuerwehr Bad Lippspringe nimmt er die Auszeichnungen vor.
Aus dem Kreis Paderborn waren die Jugendfeuerwehren Borchen, Salzkotten und Bad Wünnenberg (zwei Gruppen) erfolgreich.
Zufriedene Gesichter auch bei der Badestädter Jugendfeuerwehr; sie war aus Anlass ihres 35-jährigen Bestehens mit der Ausrichtung der Veranstaltung betraut worden.
 Bildunterzeile: Ein Schnelligkeitstest und ein kompletter Löschangriff gehörten zum Prüfungsprogramm der Jugendfeuerwehren in Bad Lippspringe: Gut in der Zeit war auch das Team aus Bad Driburg mit Marvin Außel, Chris Hetkämper und Max Schimmel (v.l.). Foto: Klaus Karenfeld