Der Eggetunnel zwischen Lichtenau und Willebadessen ist heute für rund zwei Stunden wegen eines Großeinsatzes der Feuerwehr gesperrt gewesen. Grund war die Meldung einer Rauchentwicklung aus einem Zug der Deutschen Bahn.

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Lichtenau / Willebadessen/  Altenbeken: Hinter dem Rauch steckte aber nichts anderes als Wasserdampf wegen der Witterung. Elmar Keuter von der Feuerwehr im Kreis Paderborn erklärte auf Radio Hochstift-Anfrage: Auf der Lichtenauer Seite war die Luft trocken, auf der Willebadessener Seite glich der Tunnel einer „Tropfsteinhöhle“.

Trotzdem: Bei so einer Alarmmeldung muss die Feuerwehr standardmäßig reagieren. Sie rückte mit rund 150 Kräften aus beiden Kreisen an und musste den knapp 2.900 Meter langen Tunnel zu Fuß ablaufen und unter anderem einen 41 Meter langen Rettungsschacht hinabsteigen. Der Bereich wurde auch mit einer Wärmebildkamera untersucht. Rund zweieinhalb Stunden war der Eggetunnel gesperrt. Laut Bundespolizei kam es bei sieben Zügen zu einer Gesamtverspätung von über 200 Minuten.  Zwei Züge fielen zum Teil aus.

Quelle: Radio Hochstift

 

Westfälisches Volksblatt

Feuerwehren aus Willebadessen und Lichtenau im Einsatz.

Lichtenau/Willebadessen: Die Deutsche Bahn hatte den Eggetunnel zwischen Lichtenau und Willebadessen am Freitag von 8.25 bis 10.58 Uhr gesperrt. Grund dafür war eine »unklare Rauchentwicklung«, die sich als Nebel entpuppte. Ein Großaufgebot an Feuerwehrleuten aus Willebadessen und Lichtenau war im Einsatz, ebenso die Bundes- und Landespolizei.

Laut Georg Arendes, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Höxter, war vor Ort ein Notfallmanager der Deutschen Bahn im Einsatz. Der hatte gegenüber der Polizei zunächst vermutet, dass eine feststehende Bremse eines Güterzuges den Tunnel verraucht haben könnte.
Der Zugführer eines nachfolgenden Zuges hatte den Qualm bemerkt und Alarm geschlagen, ergänzt Jürgen Gerdes, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Münster.

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Vollalarm für Feuerwehr Willebadessen
Laut Marco Janzen, Pressesprecher des Löschzuges Willebadessen-Peckelsheim, befanden sich keine Züge mehr im Eggetunnel. Personen waren daher nicht gefährdet. Die Wehren untersuchten die vier Zugänge des Tunnels auf mögliche Brandherde. Neben den beiden Tunneleinfahrten auf Willebadessener Seite und auf Lichtenauer Seite mussten dabei auch zwei ­Rettungsstollen überprüft werden. Dabei seien die Helfer unter schwerem Atemschutz vorgerückt, erklärt Janzen. Allein auf Willebadessener Seite seien etwa 60 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen, für die Eggestadt war Vollalarm gegeben worden. Brandherde wurden im Tunnel allerdings nicht gefunden.
Stattdessen steckte laut Jürgen Gerdes ein ganz natürliches Phänomen hinter der starken Rauchentwicklung: Nebel. »Im Tunnel war es sehr kalt und auch sehr feucht. Außerhalb des Tunnels war es jedoch bereits sehr warm. So entstand im Tunnel tatsächlich Nebel«, erklärt der Polizeihauptkommissar.

Kreisfeuerwehrzentrale schickt Unterstützung
»Zwischendurch war auch Höxters Kreisbrandmeister Rudolf Lüke vor Ort«, sagt Marco Janzen. Auch sei der Abrollbehälter Atemschutz der Höxteraner Kreisfeuerwehrzentrale aus Brakel nachalarmiert worden.
»Der hat zusätzliche Atemschutzgeräte und Sauerstoffflaschen an Bord.« Im Falle eines längeren Einsatzes hätten die Feuerwehrleute so ausreichende Reserven gehabt. Das Material sei jedoch nicht mehr benötigt worden. Die Deutsche Bahn hatte den Tunnel vorsorglich für den Bahnverkehr gesperrt und die Leitungen geerdet.
Dadurch erhielten sieben Züge eine Gesamtverspätung von 224 Minuten. Auch kam es zu zwei Teilausfällen. »Das ist eine viel befahrene Strecke«, betont Jürgen Gerdes, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Münster. »Nach dem Aufheben der Sperrung ist der erste Zug zunächst noch auf Sicht gefahren. Danach lief der Verkehr aber wieder normal.«