Die Ersten ihrer Art. Feuerwehr Paderborn bildet Notfallsanitäter aus.

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Paderborn: Berufsbilder und Ausbildungen sind im Wandel. Und der macht auch vor Lebensrettern nicht halt. Die Feuerwehr Paderborn bildet nun die ersten sechs Notfallsanitäter aus.
In der Wache Süd wird im Unterrichtsraum gebüffelt. Auf dem Boden liegt ein »stummer Kamerad« – die Puppe, an der Wiederbelebungsversuche anschaulich gezeigt und geübt werden. Christopher Beard, Niels Klagges, Sven Lauka, Marcel Schlüter, Stephan Heidenreich und Endric Dechow lernen hier für ein neues Berufsbild, das es bisher so in der Form nicht gab.

Sie sind in Paderborn die Ersten ihrer Art, die schon in der Ausbildung einen Dienstherrn haben (die Stadt Paderborn) und eine Ausbildungsvergütung von 1040 Euro im Monat bekommen. Bislang mussten die Rettungsassistenten nämlich sogar Schulgeld zahlen. Das ist vorbei. »Das Pilot-Projekt ›Notfallsanitäter‹ ist eine dreijährige Ausbildung, die sich in den Abläufen etablieren muss«, berichtet Michael Beivers, Leiter des Rettungsdienstes in Paderborn, von den ersten Erfahrungen. Dabei geht es vor allem um die Unterrichtsinhalte und Abläufe.

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Marcel Schlüter (28) ist der Älteste im Bunde. Der gelernte Restaurantfachmann macht nun seine zweite Ausbildung. »Mein vorheriger Beruf hat mir Freude gemacht. Ich wollte aber auch noch in ein paar Jahren aus Überzeugung gern zur Arbeit gehen«, erläutert er seine Motivation zum Wechsel. Attraktivere Arbeitszeiten als in der Gastronomie hat er nun auch nicht: nachts, am Wochenende oder an Feiertagen wird er im Einsatz sein. »Ich sehe es als Ehre an, zu den Ersten zu gehören.«
Bislang sei die Ausbildung sehr vielseitig verlaufen. Das liegt vor allem an den Praxiserfahrungen, die die Notfallsanitäter im Zuge der Ausbildung in den kooperierenden Krankenhäusern sammeln.

Ob Notaufnahme, Geriatrie oder LWL-Klinik mit psychisch Kranken: Die Einblicke werden für die tägliche Arbeit sehr hilfreich sein, meint Michael Beivers. Sogar auf der Entbindungsstation werden die jungen Männer eingesetzt. Denn eine Geburt im Rettungswagen ist gar nicht mal so selten. Azubi Christopher Beard hat schon eine hinter sich. »Mutter und Kind sind gesund und munter«, sagt er und schmunzelt. Trotz der aber auch tragischen Vorfälle im Alltag sei klar: Notfallsanitäter, das sei ein toller Job.

Quelle: Westfälisches Volksblatt