Schnellere Hilfe im Notfall. Rettungsdienst und Feuerwehr sollen mehr Personal bekommen.

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Paderborn: Mehr Einwohner, mehr Einsätze, mehr Aufgaben: Rettungsdienst und Feuerwehr der Stadt Paderborn müssen personell weiter verstärkt werden. Für die Bewohner von Schloß Neuhaus und Sennelager soll es zudem im Notfall schnellere Hilfe geben: Künftig soll der Rettungsdienst bereits in maximal acht Minuten vor Ort sein. Bisher galten hier zwölf Minuten. Seit 2014 gilt der Rettungsdienstbedarfsplan, der nun überarbeitet wird. Klare Botschaft: Ein Streit mit dem Kreis, wie er zuletzt vor Gericht geendet war, soll diesmal vermieden werden.

Die Einsatzzahlen für den Rettungsdienst sprechen eine deutliche Botschaft: Die Zuwächse sind enorm. Im vergangenen Jahr wurden 34.000 Einsätze bewältigt. Das sind nach Angaben von Feuerwehrchef Ralf Schmitz 2000 mehr als vor vier Jahren. In den vergangenen sechs Jahren stieg die Zahl der Rettungswagen-Einsätze sogar um 2500. Bei den Krankentransporten und Notarzteinsätzen stieg die Zahl der Alarmierungen jeweils um 700.
Um den Bedarf bewerkstelligen zu können, sollen die Wachen Nord (zuständig für 45.950 Einwohner) und Süd (55.000 Einwohner) sowie Schloß Neuhaus/Sennelager (45.500 Einwohner) verstärkt werden – nicht nur im Tagdienst unter der Woche, sondern auch an Wochenenden.

Im vorgestellten Entwurf sind für die Wache Süd nun zwei Rettungswagen samt Besatzung an sieben Tagen die Woche sowie rund um die Uhr vorgesehen. Hinzu kommt ein weiterer, der im Tagdienst unter der Woche sowie samstags und sonntags zusätzlich zwölf bzw. zehn Stunden zur Verfügung stehen wird.
Diese Verstärkung des Personals wird auch auf die Wache Nord übertragen. So soll hier nun ein zweiter 24-Stunden-Rettungswagen stationiert werden. Laut Plan wird es einen dritten Rettungswagen geben, der den Tagdienst in der Woche unterstützt.

In Schloß Neuhaus möchte die Stadt die Situation für die Bewohner deutlich verbessern und die vorgeschriebenen Hilfsfristen auf das Niveau der Kernstadt bringen. Schloß Neuhaus und Sennelager hätten durch ihr Wachstum eine ähnlich dichte Siedlungsstruktur, sagte Schmitz. Neben einem 24-Stunden-Rettungswagen gibt es nun zu den Hauptzeiten weitere Verstärkung. Montags bis freitags wird die zusätzliche Besatzung nun 16 Stunden bereit stehen, sowie am Samstag zwölf und am Sonntag 13 Stunden.Durch die Ausweitung der Dienste seien die Rettungswagen nach Angaben von Ralf Schmitz im gesamten Stadtgebiet 10.700 Stunden zusätzlich besetzt.

Er kritisierte allerdings die aktuelle Unterbringung der Notärzte. Dass mehr als drei Minuten vergehen, bis diese im Notarztwagen säßen, sei nicht akzeptabel. Daher sollen die Standorte der Notärzte nun in einem Pilotprojekt vom jeweiligen Krankenhaus an die Wachen Nord und Süd verlegt werden. »Das bedeutet deutlich kürzere Wege«, verdeutlichte der Feuerwehrchef. Zusätzlich brauche es werktags im Tagdienst einen dritten Notarzt, um Verlegungen bewerkstelligen zu können. Außerdem betonte Schmitz, wie dringend eine neue Rettungswache Süd sei. »Wir haben akuten Platzbedarf. Das Personal hat sich in 20 Jahren verdoppelt. Die Wache war immer nur eine Feuerwache, nie eine Rettungswache«, stellte er klar.
Der Ausschuss hat den Entwurf zustimmend zur Kenntnis genommen.

Quelle: Westfälisches Volksblatt, von Ingo Schmitz