Die Feuerwehr geht in die Luft. Hövelhofer können Einsatzorte dank eines 15.000 Euro teuren Oktokopters nun auch von oben untersuchen.

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Hövelhof: »Bei Flächenbränden oder bei der Erkundung eines Dachstuhlbrandes können wir künftig auf einen Oktokopter zurückgreifen. Das erleichtert unsere Aufgabe wesentlich und minimiert die Gefahren für die Einsatzkräfte«, freute sich Peter Kesselmeier, Leiter der Hövelhofer Feuerwehr, über ein neues, fliegendes »Mitglied« der Sennewehr. Zahlreiche Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft unterstützten Entwicklung und Anschaffung über den Förderverein der Feuerwehr.

Rund ein Jahr hat die Entwicklung der Drohne gedauert. Dabei handelt es sich um eine Spezialanfertigung nach den Wünschen und Anforderungen der Hövelhofer Feuerwehr. »Das dürfte bundesweit einzigartig sein«, sagt Christian Fortmeier, bei dem die Fäden des Projektes zusammenlaufen. Aktuell werden zehn Mitglieder der Hövelhofer Feuerwehr in der Bedienung des Unmaned Aircraft Vehicle (UAV), wie es im Feuerwehrjargon heißt, ausgebildet. Der Oktokopter, der von acht Propellern angetrieben wird, wird künftig von zwei Feuerwehrleuten bedient: einem Piloten und einem weiteren Feuerwehrmann, der die Kameraaufnahmen auswertet und in enger Absprache mit dem Piloten weitere zu erkundende Bereiche absteckt. Neben normalen Film- und Fotoaufnahmen sind auch Aufnahmen mit einer Wärmebildkamera möglich. So kann beispielsweise nach der Silhouette von vermissten Personen in Gebäuden wie auch im Gelände, gesucht werden.

Der Oktokopter wiegt 2,5 Kilogramm und hat eine Nutzlast von enormen 6,5 Kilogramm. In Abhängigkeit von der Zuladung und der Außentemperatur kann die Drohne bis zu 40 Minuten in der Luft bleiben. Das Gerät kann bei bis zu sechs Windstärken abheben und ist mit vielen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Es kann eine Höhe von bis zu 5000 Meter erreichen. »Aber in der Regel werden wir maximal in einer Höhe von 100 Metern fliegen. Sobald beispielsweise ein Rettungshubschrauber eingesetzt wird, ist der Luftraum für uns gesperrt«, sagt Fortmeier.

Künftig wird der Oktokopter bei der Erkundung von Hallendächern und darauf befindlichen technischen Anlagen oder von einsturzgefährdeten Gebäuden, bei der Vermisstensuche genauso wie bei der Lageerkundung in großen Industriebetrieben oder bei Flächenbränden eingesetzt werden und Echtzeitbilder liefern. Die Bilder werden dann direkt in das Führungsfahrzeug übertragen, wo der Einsatz koordiniert wird. »Ich hoffe, dass wir zum Jahreswechsel einsatzbereit sind«, hat der erfahrene Drohnenpilot Christian Fortmeier einen strammen Zeitplan. Die Anschaffungskosten von 15.000 Euro werden von Hövelhofer Unternehmern getragen.

Quelle: Westfälisches Volksblatt von Axel Langer