Großübung der ABC-Kräfte. 80 Helfer aus OWL in Würgassen. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks und des Katastrophenschutzes aus den Kreisen Höxter, Paderborn und Gütersloh.

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Würgassen: Durchdringendes Sirenengeheul schreckt am Samstagmittag die Bewohner in Würgassen und Herstelle von ihrer Arbeit auf. 20 Feuerwehrautos, Fahrzeuge des Technischen Hilfswerks und des Katastrophenschutzes aus den Kreisen Höxter, Paderborn und Gütersloh mit mehr als 80 Einsatzkräften eilen zum weiträumigen Gelände des früheren Kernkraftwerkes Würgassen. Bei einem auf dem Grundstück des Werkes ansässigen Laborbetrieb mit der Einstufung in die Gefahrenklasse II C ist eine zu einer Firmenbesichtigung anwesende Schulklasse bei einem Chemieunfall verletzt worden.

Dieses Szenario nahmen die ABC-Züge der Kreise Höxter und Paderborn (Zugführer Matthias Strunz), der Messzug des Kreises Gütersloh (Zugführer Christian Herden), das THW Paderborn und der Dekontaminationszug Beverungen zum Anlass für eine intensive Großübung im Bereich der Stadt Beverungen. Die Gesamtleitung dieser Übung hatte der Beverunger Matthias Mikus inne.
Im Lagerbereich sollen einem Lagerarbeiter zwei Behältnisse umgefallen und dabei aufgeplatzt sein. Die sich gerade im Labor aufhaltenden Schüler und der Lagerarbeiter sollen laut Einsatzleitung mit den ausgetretenen Stoffen in Kontakt gekommen sein und diese inhaliert haben.
Übelkeit, starke Kopfschmerzen, Reizung der Augen und der Schleimhäute seien die Folgen. Auch über Atembeschwerden klagten einige.

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Die Schulklasse verließ umgehend das Lager, einige Schüler klagten direkt über Schwindel und konnten kaum gehen. Auch ein weiterer Arbeiter, der gerade Materialien anlieferte, habe das Lager fluchtartig verlassen, dabei ein noch vor dem Gebäude befindliches Behältnis mit seinem Lastwagen angefahren, das ebenfalls umkippte und auslief. Die Chemikalie kontaminierte zwei vor dem Labor stehende Fahrzeuge.

In Windeseile und mit großem Engagement errichteten Teile der Einsatzkräfte »Dekon-Stellen« – das sind Einrichtungen des ABC-Schutzes zur Entfernung (Dekontamination) von gesundheitsschädlichen Stoffen, mit denen Menschen oder Tiere in Kontakt (Kontaminierung) gekommen sind. Andere sammelten die betroffenen gehfähigen oder liegenden Schüler und dekontaminierten sie fachgerecht. Gleichzeitig erkundeten andere die Lage, recherchierten die chemischen Stoffe im Hinblick auf Gefährlichkeit sowie die Auswirkungen auf die betroffenen Personen im Lager und auf dem Parkplatz. Auch die Gaskonzentration im Gebäude wurde überprüft.
Nach Abschluss der Personendekontamination wurde auch der betroffene Lastkraftwagen gründlich gesäubert und dekontaminiert.

Quelle: Westfälisches Volksblatt