Immer da für 15.000 Menschen. Feuerwehr Benhausen: Tag der offenen Tür zum 90-jährigen Bestehen.

  • Benhausen

 

Benhausen: Die Feuerwehr in Benhausen schaut in diesem Jahr auf ihr 90-jähriges Bestehen zurück. Der Geburtstag wird mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 1. Juli, mit der gesamten Bevölkerung gefeiert.

Das umfangreiche Programm beginnt um 10.45 Uhr mit einem Familiengottesdienst in der Fahrzeughalle. Um 12 Uhr ist ein Frühschoppenkonzert mit dem Musikverein Benhausen. Von 14 bis 18 Uhr ist ein bunter Nachmittag mit Hubschrauberrundflügen, Kinderprogramm mit Hüpfburg, Kinderschminken, Spielstationen und Feuerwehrshop sowie eine Fahrzeug- und Geräteschau geplant.

Bei einer Schauübung wird von den Nachwuchskräften der Jugendfeuerwehr ein brennendes Holzhaus gelöscht, und die Einsatzabteilung wird eine patientenorientierte Rettung aus einem verunglückten Auto demonstrieren. Für das leibliche Wohl wird Gulasch aus der Feldküche, Leckereien vom Grill und ein großes Kuchenbüfett angeboten. Für die musikalische Unterhaltung am Nachmittag sorgt der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Paderborn.


1928 gründeten 31 Bürger die Freiwillige Feuerwehr. Der damalige Ortsvorsteher Ignaz Füller, der bereits von 1918 bis 1928 die Pflichtfeuerwehr geleitet hatte, wurde 1. Wehrführer. Benhausen hatte damals 745 Einwohner, heute sind es 2300. Weitere Wehrführer waren Heinrich Koch von 1947 bis 1950, Altbürgermeister Bernhard Driller von 1950 bis 1954, danach wieder Ignaz Füller von 1954 bis 1962 und anschließend Johann Bracke von 1962 bis 1970. 1970 übernahm dann nach einem Jahr als Stellvertreter Dionysius Vogt die Wehrführung. 2016 wurde Dionysius für 70-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt, und er ist damit der Kamerad mit der längsten Zugehörigkeit in der Benhausener Wehr und mit seinen 90 Jahren der älteste Feuerwehrmann der Feuerwehr Paderborn. Unter seiner Leitung wurde mit der Eingemeindung in die Stadt Paderborn aus der Freiwilligen Feuerwehr Benhausen der Löschzug Benhausen der Freiwilligen Feuerwehr PB. 1985 übernahm dann Josef Meyer das Amt des Löschzugführers. Aufgrund seiner Initiative wurde 1990 die Jugendfeuerwehr Benhausen gegründet, deren erster Wart er war. Seit August 1992 steht der Löschzug Benhausen unter Leitung von Stadtbrandinspektor Hubertus Henning; als Stellvertreter steht ihm seit Januar 2001 Brandinspektor Rainer Kleinn zur Seite.
Dem Löschzug Benhausen gehören derzeit 38 Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau an.

Seit fast 30 Jahren wird in der Jugendfeuerwehr erfolgreich Nachwuchsarbeit geleistet. Die Jugendfeuerwehr zählt derzeit sieben Jungen und zwei Mädchen. Bereits mehr als die Hälfte der Einsatzkräfte des Löschzuges haben ihre Feuerwehrlaufbahn in der Jugendfeuerwehr begonnen. Einige Angehörige des Löschzuges haben ihr Ehrenamt zum Beruf gemacht und sind hauptamtlich bei der Feuerwehr tätig.

Interessant ist auch die Geschichte der Gerätehäuser in Benhausen. Bei Gründung der Feuerwehr im Jahr 1928 diente das im Jahr 1910 neben der alten Mädchenschule errichtete Spritzenhaus als Unterkunft. Am alten Standort des Spritzenhauses, dem so genannten Dorfplatz, feiert der Löschzug Benhausen mit der gesamten Gemeinde seit 1993, also seit 25 Jahren, das alljährliche Dorffest unter dem Maibaum. 1969 kam man dann zur Überzeugung, dass ein größeres Feuerwehrgerätehaus gebaut werden muss. 1970 fand die Einweihung des neuen Gerätehauses am Stadtweg statt, das 1986 noch erweitert wurde.

Aber auch die Grenzen des Gerätehauses am Stadtweg waren bald erreicht, so dass 2001 im Brandschutzbedarfsplan festgestellt wurde, dass ein Neubau geplant werden soll. Im Jahr 2005 wurde dann die Grundstücksfrage geklärt und der neue Standort »Im Knick« gesichert. Der Neubau erfolgte dann im Jahr 2009, und im Jahr 2010 erfolgte die Einweihung des neuen Gerätehauses am heutigen Standort.
Die Entscheidung für diesen Standort war offenbar genau richtig, denn das Einsatzgebiet wurde stark erweitert. Inzwischen ist der Löschzug Benhausen neben dem Ortsteil Benhausen und dem »Kaukenberg« auch für das gesamte Wohngebiet »Auf der Lieth« und künftig auch für das Neubaugebiet »Springbachhöfe« zuständig. In dem Einsatzgebiet wohnen dann etwa 15.000 Bürger.

Quelle: Westfälisches Volksblatt