»Ich rette Dich«. Wortgottesdienst und Gespräche im Feuerwehrgerätehaus.

  • Hoevelhof

 

Hövelhof: Sie haben schon auf einem Fußballplatz Gottesdienst gefeiert, in einer Reithalle und auf dem Campingplatz. »Ich rette Dich« lautet diesmal das Motto, wenn die Hövelhofer Initiative »Woanders glauben« zu ihrer nächsten Veranstaltung einlädt - und zwar passend zu diesem Slogan am Freitag, 16. März, um 19.30 Uhr ins Feuerwehrgerätehaus am Alten Markt.

Retter, das können viele sein, im Großen wie im Kleinen. Die beste Freundin, die beim schlimmsten Liebeskummer für einen da ist. Der Mitschüler, der in der Prüfung leise die richtige Lösung rüberflüstert. Die Kundin an der Kasse, die mit zwei Euro aushilft, weil man selbst zu wenig Geld dabei hat. Jesus, der Gläubigen Halt gibt. Oder im Notfall eben auch die Feuerwehr, die Brände löscht, Unfallopfern hilft oder auch »nur« die Katze aus dem Baumwipfel herunterholt.

»Für uns ist das Gerätehaus ein guter Ort für unsere nächste Veranstaltung«, sagt Gemeindereferent Berthold Filthaut. »Weder in der Kirche noch bei der Feuerwehr ist die Rettung an Bedingungen geknüpft. Die Helfer sind da, wenn sie gebraucht und gerufen werden«, meint Filthaut. Bei der Feuerwehr reicht da ein einziger Anruf unter 112.
Das Veranstaltungsmotto »Ich rette Dich« sei im Zusammenhang mit der örtlichen Feuerwehr bewusst doppeldeutig. »Wir möchten mit den Besuchern über dieses Thema ins Gespräch kommen, jeder sollte einmal darüber nachdenken, wo er oder sie vielleicht schon mal ‘gerettet’ wurde«, sagt Gemeindereferent Filthaut.

Eine Gruppe aus Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr gestaltet die Veranstaltung in der Fahrzeughalle musikalisch mit, zudem berichtet der Leiter der Sennewehr, Peter Kesselmeier, in einem Interview über das aufwendige und nicht immer ungefährliche Ehrenamt. Die Fahrzeughalle wird mit Stühlen und Stehtischen hergerichtet. »Im Anschluss laden wir zum Gedankenaustausch bei Gulaschsuppe und Getränken ein«, sagt Petra Leschner-Witt.
Seit drei Jahren gibt es die Glaubensinitiative nun, und ihre etwas »anderen« Wortgottesdienste kommen hervorragend an. »Inzwischen müssen wir in Hövelhof vielen nicht mehr erklären, was sich hinter ‘Woanders glauben’ verbirgt«, schildert Annika Michelis.

Dass sich die Themenfelder Bibel und Feuerwehr hervorragend verknüpfen lassen, dürfte auf der Hand liegen. Wer hat nicht zu Weihnachten beim »Stille Nacht« schon mal »Christ, der Retter ist da« gesungen? Feuerwehrkameraden haben sich vor allem der Personenrettung verschrieben – und genau so wird auch Jesus in der Bibel beschrieben: als Personenretter. »Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde«,  (Joh 3,17) heißt es da. Frei nach Tim Bendzko will die Feuerwehr nun vielleicht nicht gleich die ganze Welt retten. Aber die Opfer von Bränden, Unfällen oder Naturkatastrophen. Viele Menschen können in ganz unterschiedlichen Lebenslagen zu persönlichen Rettern werden. »Woanders glauben« lädt dazu ein, sich auf einen gemeinsamen Gedankenaustausch zu diesem Thema einzulassen.

Westfälisches Volksblatt von Meike Oblau