Notfallübung am Flughafen Paderborn. 160 Rettungskräfte üben den Ernstfall – keine Beeinträchtigungen für Flugbetrieb.

  • Paderborn Lippstadt

 

Büren/Paderborn: Es sah dramatisch aus, zum Glück war es nur eine Übung: Ein Kleinflugzeug kracht am Flughafen Paderborn/Lippstadt mit einem Bus zusammen. Es gibt mehrere Verletzte und mittendrin eine Hochzeitsgesellschaft, die per Drehleiter geretten werden muss.

In einer aufwendigen Großübung mit 160 Beteiligten wurde dieses fiktive Szenario am Samstag am Flughafen geprobt.Während im Hintergrund eine große Maschine in Richtung Fuerteventura abhebt, strömen nebenan dichte Rauchschwaden aus dem Flughafenbus. Nicht weit entfernt schreit eine Frau auf dem alten, verlassenen Flughafen-Tower laut um Hilfe. Bereits nach wenigen Minuten heulen die ersten Sirenen an der Unfallstelle, blinkendes Blauchlicht erleuchtet das Vorfeld. Schnell schießen aus den ersten Hochdruckrohren Wasserstrahlen auf das havarierte Kleinflug und Feuerwehrleute retten unter Atemschutz die Verletzten aus dem Bus.

Das beschriebene Szenario entspricht einem so genannten Flugunfall 1. Innerhalb von drei Minuten müssen die ersten Einsatzkräfte laut Vorgabe am Unglücksort eintreffen. So sieht es das Gesetz vor und funktioniert augenscheinlich auch gut. Unter den 160 Rettungskräften waren neben der Flughafenfeuerwehr auch Helfer der DLRG, der freiwilligen Feuerwehr Büren sowie der Rettungsdienst aus dem Kreis in der Übung eingespannt. Es geht um entscheidende Fragen: Funktioniert die Meldekette unter Druck? Was kann man verbessern bei der Zusammenarbeit der einzelnen Hilfskräfte? Klappt das auch, wenn zeitgleich weitere Zwischenfälle eintreten? Sind sie gut koordiniert? Werden alle Verletzten entsprechend ihrer Verletzungen optimal behandelt?

Mehrere Beobachter waren im Einsatz um dieses zu protokollieren. Alle zwei Jahre müssen solche Großübungen stattfinden. Der Flugverkehr am Paderborner Flughafen wurde durch die Übung nicht beeinträchtigt. Roland Kempkensteffen (47), Leiter der Flughafenfeuerwehr, zeigte sich jedoch vorerst zufrieden mit dem Verlauf der Übung. Die Ergebnisse und Erkenntnisse werden in den kommenden Wochen ausgewertet.

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Westfälisches Volksblatt von Jörn Hannemann