Wehrleute nehmen Herausforderung an. Salzkotten auf dem Weg zum Mittelzentrum – Rupprecht sieht Freiwillige Wehr gut aufgestellt.

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Salzkotten (sen). Den Herausforderungen der Zukunft sieht der neue Salzkottener Feuerwehrchef, Tobias Rupprecht (41), relativ gelassen entgegen. Die Sälzerstadt befindet sich auf direktem Weg zum Mittelzentrum (25?000 Einwohner), was eine hauptamtliche Wehr erfordern könnte, um den Schutz der Bevölkerung gewährleisten zu können. Rat und Verwaltung hoffen jedoch, den Ansprüchen auch weiterhin mit der Freiwilligen Wehr genügen zu können. Die Hauptamtlichkeit würde enorme Kosten verursachen.
»Ich glaube schon, dass wir das hinkriegen. Ich würde hier nicht so ruhig stehen, wenn es nicht so wäre«, sagte Rupprecht am Donnerstag im Hauptausschuss, als er den Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr Salzkotten vorstellte. Zunehmend Sorgen bereitet dem Leiter der Feuerwehr jedoch die Sicherstellung der Tageseinsätze. Es werde immer schwieriger, die Feuerwehrkräfte innerhalb der vorgeschriebenen Zeit am Einsatzort zur Verfügung zu haben. Da viele ihren Arbeitsplatz außerhalb des Stadtgebietes hätten, sei es sehr ambitioniert, innerhalb von acht Minuten vor Ort zu sein. Derzeit gelinge dies mit Kameraden, die im Schichtdienst oder 24-Stunden-Rhythmus arbeiteten und so tagsüber gegebenenfalls einsatzbereit seien.

Nach Auswertung der Einsätze des vergangenen Jahres ist Rupprecht mit dem Erreichen des Schutzzieles zufrieden. »Hier ist alles im grünen Bereich«, sagte Tobias Rupprecht. Insgesamt blickte der Feuerwehrchef auf ein relativ ruhiges Jahr zurück. 304 Alarmierungen habe es 2016 gegeben (Vorjahr 322), wobei die technischen Einsätze (137) den größten Anteil hatten. Die Hoffnung des Wehrführers, dass die Wehrleute von der Beseitigung von Ölspuren befreit werden, hat sich allerdings zerschlagen. »Da wird sich wohl nichts ändern. Solange eine Gefahrensituation für den Verkehr besteht, sind wir involviert«, so Rupprecht. Er wies darauf hin, dass Arbeitgeber nicht immer vollstes Verständnis dafür aufbrächten, wenn sie ihren bei der Feuerwehr tätigen Mitarbeiter für solche Aufgaben frei stellen sollen.
Zur zunehmenden Belastung würden außerdem zusätzliche administrative Aufgaben.

Die aktuelle Laufbahnverordnung sieht unter anderem das Führen einer Mitgliedsakte für alle Freiwilligen vor, was den Aufwand enorm erhöhe. Diese Aufgabe soll die Stadtverwaltung übernehmen. Zudem soll der Leiter der Feuerwehr Eintrittsgespräche führen, und es soll eine Probezeit von sechs Monaten eingeführt werden. Ebenso neu ist die Einführung einer Unterstützungsabteilung. Darin können sich Bürger engagieren, die zwar Interesse an Feuerwehrarbeit haben, nicht aber unbedingt entsprechende Lehrgänge absolvieren wollen. Wichtige Aufgabe sei zudem, Feuerwehrmitglieder auch langfristig zu binden. Dazu zähle auch eine Förderung der Wertschätzung. »Wir müssen nüchtern sehen, dass die Sitten immer mehr verrohen«, hat Rupprecht festgestellt. Verkehrsteilnehmer brächten oft wenig Verständnis für nötige Absperrungen auf. Nicht selten würden Wehrleute beschimpft.

Die Salzkottener Feuerwehr besteht aus acht Einheiten im Stadtgebiet und zählte 2016 insgesamt 442 Mitglieder (+3), darunter 279 Aktive. In der Jugendwehr engagieren sich 77 Kinder und Jugendliche, in der Altersabteilung sind 86 Wehrleute. Die Salzkottener Freiwilligen betreuen eine Gesamtfläche von fast 110?000 Quadratmetern mit zehn Ortsteilen und etwa 25?400 Einwohnern.

Bericht: Westfälisches Volksblatt