Sie lebt ihren Traum. Anne-Maria Wegner ist erste hauptamtliche Feuerwehrfrau der Stadt.

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Paderborn(WV). Anne-Maria Wegner lebt ihren Traum. Sie hat Anfang April ihren Dienst als erste hauptamtliche Feuerwehrfrau in Paderborn angetreten. »Das ist genau das, was ich schon als Kind unbedingt wollte«, freut sich die 27-Jährige.
Bei der Berufsfeuerwehr in Paderborn wird sie Klaus Thrien, Brandamtsrat bei der Paderborner Feuerwehr, in der Aus- und Fortbildung unterstützen. »Dabei geht es vor allem um die Organisation der Grundausbildung der angehenden Feuerwehrleute«, sagt sie.

»Wir gestalten Stundenpläne, organisieren Übungsobjekte und unterrichten auch zu verschiedenen Themen selbst.« Neben dem Tagesdienst wird sie so wie ihre Kollegen etwa alle zwei Wochen eine 24-Stunden-Schicht im Einsatzdienst übernehmen. »Erst einmal werde ich die Einsätze begleiten, um die Orte und die Abläufe hier in Paderborn kennenzulernen«, erzählt sie. »Später werde ich dann als Einsatzleiterin im Dienst sein.« Um ihre Feuerwehrlaufbahn, die am 1. April mit der Probezeit begonnen hat, direkt im gehobenen Dienst starten zu können, hat Anne-Maria Wegner ein Studium an der Technischen Hochschule für Rettungswesen in Köln absolviert, dem sich zwei Jahre Ausbildung mit Dienstort Wuppertal angeschlossen haben. »Tatsächlich waren die Praxisabschnitte aber an verschiedenen Orten, unter anderem auch Paderborn.« Das hat der Brandenburgerin, die aus dem Ort Herzberg stammt, direkt sehr gut gefallen. »Als dann die Stelle hier ausgeschrieben war, habe ich mich direkt beworben.«

Die Liebe zur Feuerwehr liegt Anne-Maria Wegner im Blut. Ihr Vater ist als Notfallsanitäter tätig. Seit sie als Fünfjährige eine Notfallübung des Rettungsdienstes zusammen mit der Feuerwehr beobachten konnte, will die Feuerwehrfrau werden. »Daran habe ich auch beharrlich festgehalten.« Auch die Aussicht auf 24-Stunden-Schichten und für die Retter belastende Einsätze hat sie nicht von diesem Ziel abgebracht. »Mein Vater war zwar einen Tag und eine Nacht am Stück weg, dafür dann aber auch zwei Tage zu Hause. Das habe ich damals schon als sehr positiv empfunden«, sieht sie dem gelassen entgegen. Und auch wenn es darum geht, belastende Einsätze zu verarbeiten, weiß Anne-Maria Wegner, dass sie neben der professionellen Betreuung bei der Feuerwehr auch auf ihren Vater als Gesprächspartner jederzeit zurückgreifen kann.
Der Tatsache, dass sie als erste Frau bei der Paderborner Berufsfeuerwehr Neuland betritt, sieht die 27-Jährige ebenfalls entspannt entgegen. »Ich sehe das vielleicht auch lockerer, weil ich damit groß geworden bin«, sagt die Brandenburgerin, die im Studium eine von 15 Frauen unter 100 Männern war. Dass sie sich, wie jeder Neuling, nun erst einmal beweisen müsse, sei klar. »Ich glaube aber nicht, dass die Tatsache, dass ich eine Frau bin, daran etwas ändert.«
Das »spezielle Gefüge« bei den 24-Stunden-Schichten, in denen die Einsatzkräfte auch zusammen Sport treiben, kochen und essen, genießt sie. »Das ist wie eine zweite Familie.« Nach der langen Ausbildung brennt Anne-Maria Wegner darauf, endlich loslegen zu können.
»Ich freue mich jeden Morgen auf die Arbeit.« Schließlich sei es etwas Besonderes, seinen Kindheitstraum verwirklichen zu können. »Und ich habe hier meine Berufung gefunden«, ist sie überzeugt.

Westfälisches Volksblatt von Maike Stahl