Feuerwehr Delbrück. „Alte“ Wehrführung entpflichtet und zu Ehrenstadtbrandmeistern ernannt.

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Delbrück: In der Ratssitzung am Donnerstag, den 18.05.2017 wurde das ausscheidende Wehrführerteam Reinhard Brand, Lothar Mühlbrandt und Alfons Heisener offiziell vom Dienst entpflichtet. Direkt im Anschluss stimmte der Rat einstimmig dafür, alle 3 Kameraden zu Ehrenstadtbrandmeistern der Stadt Delbrück zu ernennen.

Bürgermeister Werner Peitz verlas die jeweiligen Werdegänge in der Feuerwehr und unterstrich deutlich den hohen Einsatz und die großen Verdienste rund um die Entwicklung der Feuerwehr und die Sicherheit der Bevölkerung unserer Stadt.

Mehr als 100 Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Delbrück sowie der stellvertretende KBM Christoph Müller verliehen der Veranstaltung durch ihre Anwesenheit einen würdigen Rahmen. Im Anschluss gab es eine kleine Feierstunde am Delbrücker Gerätehaus.

Bericht: Feuerwehr Delbrück, Foto: Axel Langer

 

Westfälisches Volksblatt

Dreimal »Gut Schlauch!«
Langjähriges Führungstrio der Feuerwehr Delbrück verabschiedet
 
Delbrück(WV). 78 Kommunen in NRW müssen hauptberufliche Feuerwehrangehörige der Freiwilligen Feuerwehr beschäftigen, weil der Brandschutz dort ausschließlich ehrenamtlich nicht sichergestellt werden kann. Das ist in Delbrück anders und entlastet die Stadt finanziell massiv. Drei Männer, die daran einen großen Anteil haben, tragen deshalb seit Donnerstagabend die Ehrenbezeichnung Ehren-Stadtbrandinspektor.
 
Mit einstimmigem Ratsbeschluss und auf Antrag der neuen Wehrführung würdigt die Stadt damit die besonderen Verdienste, die sich das langjährige Führungstrio, bestehend aus dem Leiter der Feuerwehr, Reinhard Brand, und den beiden stellvertretenden Wehrführern Lothar Mühlbrandt und Alfons Heisener, erworben haben. Sie beenden – wie berichtet – ihre Tätigkeit. Ihre Nachfolger im Amt sind Johannes Grothoff sowie Johannes Appelbaum und Ralf Fischer.
Zum offiziellen Dienstakt der Verabschiedung zählen die Entpflichtung und die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis als Ehrenbeamter der Stadt Delbrück samt Überreichung der entsprechenden Urkunde. Bürgermeister Werner Peitz strich in seiner Ansprache heraus, dass mit dem Ausscheiden von Reinhard Brand, Lothar Mühlbrandt und Alfons Heisener eine langjährige und überaus erfolgreiche Ära in der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Delbrück ende.
 
Brand war seit Juli 1998 Leiter der Feuerwehr, Mühlbrandt Stellvertreter seit April 1999, Heisener seit April 2001. In ihre Amtszeit fielen unter anderem die erstmalige Erstellung und Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans, die Errichtung des Feuerwehr-Standortes Boke (2006), die Umsetzung eines neuen und zukunftsweisenden Fahrzeugkonzeptes (Wechsellader) sowie die souverän bestandene Überprüfung durch die Bezirksregierung Detmold (2011/12), die in die Erteilung der Ausnahmegenehmigung von der Verpflichtung zur Errichtung einer ständig besetzten Feuerwache mit hauptamtlichen Kräften mündete.
Nachgewiesen ist, dass die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Delbrück, die jährlich weit mehr als 400 Einsätze »fährt«, von der Ausstattung und der Schlagkraft her allen Anforderungen gerecht wird. Wie auch schon vorher, hat die Stadt dadurch auf zig Jahre gerechnet etliche Millionen Euro, die man eben nicht für Hauptamtliche ausgeben musste, einsparen können.
Bürgermeister Peitz stimmte in der Ratssitzung nach Übergabe der Urkunden den bekannten Feuerwehrruf »Gut Schlauch!« an, den die vielen Feuerwehrleute, die aus allen sechs Löschzügen ebenfalls in die Stadthalle gekommen waren, dreimal und kräftig-donnernd quittierten.
 
Lang anhaltender Stehapplaus der Feuerwehrangehörigen und der Ratsmitglieder machten zudem die hohe Wertschätzung für das scheidende Team deutlich.
Peitz: »Sie werden sicherlich auch weiterhin in der Feuerwehr mitarbeiten, aber eben nicht mehr in der ersten Reihe und somit nicht mehr in der Verantwortung stehen.«
Eine feuerwehrinterne Verabschiedung, auch für Reinhard Brand, der in einem Schreiben an den Bürgermeister um Verständnis gebeten hatte, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Ratssitzung teilnimmt, soll folgen.