Notweg für Rettungskräfte auf der A 33. Krisengipfel auf Mönkeloh: Sonder-Rettungsgasse bleibt rund um die Uhr im Baustellenbereich frei.

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Paderborn/Borchen: Feuerwehr und Rettungsdienst steht in der kilometerlangen Großbaustelle A 33 von jetzt an eine eigene Rettungsgasse zur Verfügung. Sie wird zwischen den Anschlussstellen Paderborn-Zentrum und Borchen rund um die Uhr an allen Tagen allein vom Rettungsdienst genutzt. Die engspurigen Fahrbahnen, die von Feuerwehr und Autofahrern heftig kritisiert wurden, bleiben bestehen.

Auf einen ständigen fahrzeugbreiten Notweg im Baustellenbereich der A 33 haben sich gestern in einem Gipfeltreffen Vertreter von Straßen NRW, Bezirksregierung, Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt Borchen und Baustellenleitung verständigt. Das Treffen am Autohof Mönkeloh hatte der Borchener Wehrführer Bernd Lüke (48) in die Wege geleitet.
Mit der gestern beschlossenen Sonder-Rettungsgasse durch die Baustelle werden Konsequenzen nach mehreren Unfällen gezogen, sagte Wehrführer Bernd Lüke. In zwei Fällen mussten Rettungskräfte sogar zu Fuß zu Unfallopfern eilen, weil Autofahrer in den verengen Fahrbahnspuren kaum eine Rettungsgasse bilden konnten (wir berichteten mehrfach). Der Paderborner Feuerwehrchef Ralf Schmitz hatte bereits von einem »Chaos auf der Autobahn« gesprochen, die bald zu einem Hubschrauber im Fuhrpark führen könnte.

Mit der Sonder-Rettungsgasse im Baustellenbereich können sich Feuerwehr und Retter am Fließverkehr vorbei bis zum Unfallort bewegen. Sie sind nicht mehr auf eine Rettungsgasse der Autofahrer angewiesen. Am Unfallort müssen die Feuerwehrkräfte allerdings Tragen und Rettungsgeräte über Abgrenzungen hieven. Tagsüber sollen in diesen Fällen Bauarbeiter mit Baggern Trennelemente zur Seite räumen, um der Feuerwehr den Weg auf den letzten Metern frei zu machen.

Derzeit laufen auf zwei Brücken Fräsarbeiten zur Deckenerneuerung. Im Sommer würden diese Fräsarbeiten zum Entfernen der alten Fahrbahndecke auch außerhalb der Brücken fortgesetzt. Feuerwehrfahrzeuge seien aber in der Lage, diese aufgestemmten Bereiche zu überwinden, sagte der Borchener Wehrführer Bernd Lüke. Falls die Baustellenbereiche allzu sehr zertrümmert seien, verlegen Bauarbeiter Eisenplatten und schaffen damit eine Behelfsstraße. »Mit dieser Lösung können wir leben«, sagte Wehrführer Lüke, der zusammen mit dem Paderborner Feuerwehrchef Ralf Schmitz zu den größten Kritikern in Sachen Sicherheit der Baustellen gehört. Jede Veränderung in der Baustelle soll der Feuerwehr mit Hinweis auf einen neuen Rettungsweg unmittelbar mitgeteilt werden.

An den ein- und zweispurigen Fahrbahnen will Straßen NRW festhalten. Bis 2019 sollen auf der A 33 (täglich mehr als 40 000 Fahrzeuge) zwischen Paderborn und Borchen für 30 Millionen Euro drei Brücken saniert, eine neue Fahrbahndecke aufgetragen und Lärmschutz angebracht werden.

Foto: Borchens Wehrführer Bernd Lüke

Bericht: Westfälisches Volksblatt, Karl Pickhardt