Lösung dringend gesucht. Denkmalschutz stellt Feuerwehr Wewelsburg vor Probleme.

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Wewelsburg(WV). Der Denkmalschutz macht den Wewelsburger Feuerwehrleuten einen dicken Strich durch ihre Baupläne. Weil die ehemaligen Häftlingsbaracken im Niederhagen unter Schutz gestellt wurden, muss der Bauausschuss nun einen Ausweg aus einer verfahrenen Situation finden.

Die neue Fahrzeughalle steht und entspricht allen Anforderungen. Geplant war eigentlich, die ehemalige Häftlingsbaracke des Konzentrationslagers, die ans Feuerwehrhaus angegliedert ist und der Stadt bis 2006 als Notwohnung diente, für Feuerwehrzwecke umzubauen. Eine gute Lösung, waren sich Feuerwehr und Politik einig. Die Baugenehmigung lag vor, die ehrenamtlichen Arbeiten hatten bereits begonnen. Doch nach einem Ortstermin mit dem Amt für Denkmalpflege, dem Kreis und der Stadt kam der Baustopp. Begründung: Der Baukomplex habe eine überregionale und sogar nationale historische Bedeutung und müsse darum unter Denkmalschutz gestellt werden.

Wie sich die Bedürfnisse der Feuerwehr trotz dieser widrigen Umstände noch am jetzigen Standort verwirklichen lassen könnten, darüber hat sich Architektin Simone Mattedi vom Unternehmen Kplan im Auftrag der Stadt Gedanken gemacht. Ihre Lösung, die sie am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Bauen, Umwelt und Stadtplanung vorstellte, ist ein neuer Anbau. Für Damen-, Herren- und Jugend-umkleiden, Sanitärbereiche, Aufenthaltsraum, Lagerflächen für Einsatzmittel, Technikraum, Küche, Büro, Jugend- und Schulungsräume würden bei zweigeschossiger Bauweise rund 2100 Quadratmeter Grundfläche benötigt. Verwirklichen ließe sich ein entsprechender Anbau überschlägig für etwa 815 000 Euro. Er sei dann allerdings, so erläuterte sie auf Nachfrage, genau auf die jetzige Anzahl von 42 aktiven Feuerwehrleuten zugeschnitten. Erweiterungsmöglichkeiten gebe es am jetzigen Standort nicht.

Als ein weiteres Manko sahen einige Ausschussmitglieder den Standort der Alarmparkplätze, den die Feuerwehrleute bei einem Einsatz für ihre Privatautos nutzen. Er befände sich parallel zum denkmalgeschützten Gebäudekomplex, um den die Aktiven zunächst herum laufen müssten, um sich dann im Neubau für den Einsatz vorbereiten zu können – nicht optimal, wenn im Ernstfall jede Sekunde zählt.

Bericht: Westfälisches Volksblatt