Generajversammlung Feuerwehr Paderborn. Jahr der Rekorde für die Feuerwehr.
Erstmals in der Geschichte mehr als 2000 Einsätze – Schmitz macht sechs Jahre weiter.

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Paderborn(per). So viele Einsätze wie noch nie in der Geschichte der Feuerwehr Paderborn hat das Jahr 2016 beschert. Das schreckt Wehrchef Ralf Schmitz jedoch nicht – im Gegenteil: Er will es noch einmal wissen und kandidiert für eine vierte Amtszeit. Unterstützt wird er künftig nicht nur von seinem langjährigen Stellvertreter Hubertus Henning, sondern auch von Robert Siemensmeyer, der in die Führungsriege aufrücken wird.

Mit 2010 Einsätzen (+ 132) hat die freiwillige Feuerwehr Paderborn eine neue Schallmauer geknackt. Unter anderem hatten die Aktiven den verheerendsten Brand der Nachkrieggeschichte zu bewältigen, das Feuer bei Westfleisch am Rosenmontag, 8. Februar. 27 Menschen wurden bei Bränden und 152 bei Unfällen gerettet. Bürgermeister Michael Dreier dankte den Aktiven der zehn Stadtteilfeuerwehren und den Hauptamtlichen der Wachen Nord und Süd für ihr Engagement, bei dem sie nicht selten ihr Leben riskierten. Gleichzeitig sagte er zu, die Löschzüge »top auszustatten«. So investierte die Stadt in Brandschutz und Rettungsdienst im vergangenen und in diesem Jahr insgesamt rund fünf Millionen Euro.Mit mehr als 157 600 Einwohnern wächst die Stadt Paderborn beständig – die Feuerwehr tut dies ebenfalls. Sie erreicht mit aktuell 1001 Mitgliedern einen Rekordwert. das Durchschnittsalter der aktiven Einsatzkräfte, darunter 25 Frauen, liegt übrigens bei 37 Jahren.Feuerwehrchef Ralf Schmitz, der während der Generalversammlung in der Mehrzweckhalle Sande ohne Gegenkandidaten für eine weitere sechsjährige Amtszeit nominiert wurde, ließ ein außerordentlich ereignisreiches Jahr Revue passieren.

Mit mehr als 7000 Einsätzen sei die Rettungswache Süd die am höchsten belastete kreisweit. Die größte Steigerung verzeichnete dabei Schloß Neuhaus mit rund 20 Prozent mehr Alarmierungen gegenüber dem Vorjahr. Schmitz betonte, dass die wache Süd mittlerweile aus allen Nähten platze und ein bereits geplanter Neubau dringend umgesetzt werden müsse. Dies gelte umso mehr, da aufgrund des Platzmangels ehrenamtliche Kräfte, wie die Mitglieder des Löschzuges Stadtmitte und der Spielmannszug, bereits aus den Räumlichkeiten verdrängt worden seien.

»Das Ehrenamt braucht wieder seinen festen Platz auf der Wache Süd«, sprach Paderborn Feuerwehrchef den freiwilligen Kräften aus dem Herzen. Letztere dürften es auch als deutliches Signal verstanden haben, dass mit Robert Siemensmeyer als Leiter des Löschzuges Sande, neben Hubertus Henning, eine zweite Kraft aus Reihen der freiwilligen Aktiven zum stellvertretenden Wehrführer der Feuerwehr Paderborn bestellt werden soll. »Beide sind ja auch in einem Alter, in dem sie Unterstützung gut gebrauchen können«, scherzte Siemensmeyer. Das Führungstrio wird voraussichtlich in der Ratssitzung am 18. Mai gewählt und soll einen Tag später die Ernennungsurkunden erhalten.

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Schmitz nutzte die Anwesenheit der heimischen Bundestags- und Landtagsabgeordneten, um auf Missstände hinzuweisen. »Immer mehr Vorschriften und umfangreiche Dokumentationen machen einem das Leben im Ehrenamt nicht leichter«, sagte Paderborns oberster Brandschützer und nannte als Beispiel Sicherheitsvorschriften. »Die überarbeiteten Unfallverhütungsvorschriften verlangen eine Vielzahl von Gefährdungsbeurteilungen, umfangreiche Überprüfungen und Dokumentationen – viel Papier, das man braucht, wenn mal etwas passiert. Da brauchen wir uns nicht zu wundern, dass es immer schwerer wird, Menschen zu finden, die zusätzliche Aufgaben und auch Verantwortung übernehmen.« Schmitz appellierte an die Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, die auch ehrenamtstauglich seien. »E wie einfach wäre gut«.
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Fotos: Ehrungen für 35 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr: (vorne, von links) Bürgermeister Michael Dreier, Georg Brüggenthies, Stefan Gillmann, Ralf Gockel, Ralf Ludwig, Norbert Siemensmeyer, Dirk Scharf, Ralf Schmitz und Landrat Manfred Müller sowie (hinten, von links) Wigbert Rath, Franz Schnitz, Gerhard Mertens, Heinz Manuel, Bernhard Stiewe und Antonius Koch.

Ehrungen für 50 und 60 Jahre Mitgliedschaft (von links): Ralf Schmitz, Heinrich Bruns, Franz-Josef Menne, Fritz Rustemeyer, Heinz Driller, Karl-Heinz Schmitt, Landrat Manfred Müller, Michael Dreier und stellvertretender Kreisbrandmeister Christoph Müller.

Vize-Wehrführer Hubertus Henning (links) und Bürgermeister Michael Dreier verleihen Eberhard Haberstroh das Ehrenkreuz in Gold.

Bericht: Westfälisches Volksbatt