Feuerwehr Delbrück. Johannes Grothoff soll künftig Feuerwehr führen. Ralf Fischer und Johannes Appelbaum sind als Stellvertreter vorgeschlagen. In einer Anhörung hinter verschlossenen Türen der Stadthalle haben am Montagabend etwa 400 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück ein neues Führungsteam vorgeschlagen.


Delbrück (spi). Mit großer Mehrheit sprechen sich die Feuerwehrleute, darunter die Aktiven aus den sechs Löschzügen (Delbrück, Westenholz, Ostenland, Lippling, Bentfeld, Boke) dafür aus, dass Johannes Grothoff neuer Wehrführer wird und Ralf Fischer sowie Johannes Appelbaum jeweils zum stellvertretenden Leiter der Feuerwehr bestellt werden.
An der Anhörung unter der Leitung von Bürgermeister Werner Peitz nahmen auch Kreisbrandmeister Elmar Keuter und der stellvertretende Kreisbrandmeister Christoph Müller teil.
Bürgermeister Peitz erklärte am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung, dass Kreisbrandmeister Keuter in der erforderlichen fachlichen Stellungnahme ebenfalls Grothoff, Fischer und Appelbaum in den genannten Funktionen vorschlägt. Darüber entscheidet der Delbrücker Rat in seiner Sitzung am Donnerstag, 30. März (18 Uhr; Stadthalle).
Die drei neuen Führungskräfte werden zunächst kommissarisch mit der Wahrnehmung der Aufgaben beauftragt. Nach Absolvierung der vorgeschriebenen Laufbahnlehrgänge am Institut der Feuerwehr NRW erfolgt die Bestellung in das Beamtenverhältnis als Ehrenbeamter für sechs Jahre.

  • Johannes Grothoff

Johannes Grothoff verfügt über langjährige Erfahrung und war längere Zeit stellvertretender Zugführer des Löschzuges Delbrück-Mitte. Diesen Posten hat seit 2014 Ralf Fischer inne. Johannes Appelbaum ist ebenfalls ein erfahrener Mann und war etliche Jahre stellvertretender Löschzugführer in Ostenland.

In einem Gespräch mit dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT verwies Bürgermeister Werner Peitz ausdrücklich darauf, dass er zu Personalangelegenheiten – »und darum geht es ja im Moment bei der Feuerwehr«, so Peitz – keinerlei Stellung nimmt. »Ich darf das nicht ‘mal«, unterstrich Peitz, der aber den Termin für das Ende der Amtszeit des bisherigen Leiters der Feuerwehr, Stadtbrandinspektor Reinhard Brand, nannte: Freitag, 19. Mai, samt Übergabe der Urkunde.
Brand ist nach seiner Herz-OP im vergangenen Jahr weiterhin krankgeschrieben.
Ganz unabhängig davon wäre eine Anhörung der Wehr in diesem Jahr turnusmäßig aber ohnehin fällig gewesen. Die beiden Vize-Wehrführer Lothar Mühlbrandt und Alfons Heisener treten ebenfalls nicht wieder an.

Westfälisches Volksblatt von Jürgen Spies


Neue Westfälische

Stadtbrandmeister Reinhard Brand gab unter Druck sein Amt auf. Langjähriger Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Delbrück gibt Stellungnahme ab.

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Delbrück. Am Tag nach der Anhörung meldete sich Delbrücks Stadtbrandmeister Reinhard Brand zu Wort, der Anfang Dezember sein Amt niedergelegt hatte. Brand ist seit August 2016 krankgeschrieben. Im Spätsommer des vergangenen Jahres musste er sich einer umfangreichen Herzoperation unterziehen. Er gab nun folgende Stellungnahme ab:
„Mit großer Sorge nehme ich zur Kenntnis was in der Feuerwehr Delbrück vor sich geht. Leider kann ich kaum was dagegen tun. Als langjähriger Leiter dieser Feuerwehr wurde ich bereits in der ersten Jahreshälfte 2016 erheblich unter Druck gesetzt, meine Funktion aufzugeben. Dieser Druck steigerte sich, als ich zum Ende des Jahres 2016 dann nach schwerer Erkrankung hoffnungsvoll zurückkehrte.

Zu gern hätte ich meinen Dienst wieder aufgenommen, aber die Wege dorthin waren zu, stattdessen wurde mein Rücktritt umso deutlicher verlangt. Ich wurde heftig bedrängt meine Funktion aufzugeben." Von Suspendierung sei die Rede gewesen Brand schreibt, dass auch einer „der näheren Vertrauten und auch jemand Höheres" Druck auf ihn ausgeübt hätte. Bis letzte Woche sei sogar von Suspendierung die Rede gewesen. „Ein Verfahren, dass das begründet hätte, kenne ich nicht. Ich würde mich dem stellen", fügte er hinzu.

„Der Druck wuchs mir kurz nach der OP im Winter 2016 über den Kopf und ich bat um juristische Hilfe, vor allem deshalb weil ich immer wieder bedrängt wurde, ein Rücktrittsgesuch aus gesundheitlichen Gründen zu unterschreiben. Nur dann bekäme ich Ruhe und einen Abschied mit Pauken und Trompeten, was ebenfalls nicht mal in meinem Sinne war und ist." Abschließend erklärt Brand: „Man kann es kurz sagen: Der langjährige Leiter der Feuerwehr Delbrück Reinhard Brand wurde mit Pauken und Trompeten abgesägt."