Geldautomat in Bad Lippspringe gesprengt. Auch die Feuerwehr wurde alarmiert. Das Gas-Luft-Gemisch, mit dem der Automat offenbar gesprengt wurde, hatte sich im Gebäude verbreitet. Die acht Bewohner mußten mitten in der Nacht bei Kälte und Nieselregen vorsorglich ihre Wohnungen räumen. Dafür sorgte die Feuerwehr, die mit 35 Mann anrückte und den Tatort an der Ortsdurchfahrt ausleuchtete..

  • Bad Lippspringe

 

Bad Lippspringe: Dreimal knallt es laut, dann ist eine schwere Detonation zu hören. Um 4.20 Uhr werden die Bewohner der Hauses Detmolder Straße 167 in Bad Lippspringe aus dem Schlaf gerissen. Direkt unter ihnen ist im Erdgeschoss des Wohn- und Geschäftshauses der Geldautomat der SB-Filiale der Deutschen Bank gesprengt worden. Die Täter sind mit dem Geld auf der Flucht.
 
Es ist ein Albtraum für die Betroffenen: Schaufensterscheiben sind zerborsten, der Gehweg liegt voller Scherben. Im Erdgeschoss riecht es gefährlich nach Gas. Das Gas-Luft-Gemisch, mit dem der Automat offenbar gesprengt wurde, hat sich im Gebäude verbreitet. Die acht Bewohner müssen mitten in der Nacht bei Kälte und Nieselregen vorsorglich ihre Wohnungen räumen. Dafür sorgt die Feuerwehr, die mit 35 Mann anrückt und den Tatort an der Ortsdurchfahrt ausleuchtet.
Einer der Bewohner sitzt auf einer Bank und schaut betroffen auf die Szenerie, während Polizeibeamte das Umfeld absperren und nach Spuren suchen. Der Mann schüttelt mit dem Kopf. »So etwas kennt man doch nur aus dem Fernsehen...«, sagt er fassungslos.
 
Dabei ist das Sprengen von Geldautomaten ein Phänomen, das die Polizei spätestens seit dem Jahr 2015 massiv beschäftigt. Die Fälle ähneln sich. Unter Verdacht stehe eine größere Gruppierung, die von den Niederlanden aus agiere, heißt es. Bei den Tätern soll es sich um Personen marokkanischer Herkunft handeln. Das erklärt LKA-Sprecher Frank Scheulen aus Düsseldorf auf Anfrage dieser Zeitung. Mehr als 200 Personen sollen zu dieser Gruppierung gehören, die nicht nur NRW, sondern auch Niedersachsen im Fokus habe.
»Seit zwei Jahren sind die Fallzahlen drastisch gestiegen«, berichtet Scheulen. Im Jahr 2016 sind allein in NRW insgesamt 136 Automaten auf diese brutale Weise geknackt worden. In diesem Jahr sind bereits 82 Fälle registriert worden. Ähnliche Zahlen lägen auch für Niedersachsen vor, sagt Scheulen. »Der Rückgang ist kein Grund zum Aufatmen«, betont er und verweist damit auf den jüngsten Fall in Bad Lippspringe. »Um Zusammenhänge zu konstruieren ist es noch zu früh«, winkt er allerdings ab.
Zur Höhe der Geldsumme, die die Täter in Bad Lippspringe erbeutet haben, macht die Polizei keine Angaben. Trotz sofort eingeleiteter Fahndung fehlt von den Verdächtigen jede Spur. Immerhin konnten Zeugen beobachten, wie mindestens zwei Personen in einer großen dunklen Limousine – vermutlich Audi A8 oder BMW – mit quietschenden Reifen in Richtung Marienloh davon fuhren. Nach bisherigen Erkenntnissen seien Fahrzeuge dieses Typs bei den Geldautomaten-Sprengungen besonders oft eingesetzt worden, hieß es.
Die mutmaßlichen Täter ließen in der Deutschen-Bank-Filiale bei ihrer Flucht Werkzeuge und Gasflaschen zurück, berichtete Polizeisprecher Michael Biermann. Durch die Sprengung sei erheblicher Schaden entstanden, hieß es gestern. Er belaufe sich auf mehrere 10.000 Euro.
»Das von den Tätern genutzte Fahrzeug muss unmittelbar am Tatort gestanden haben«, vermuten die Ermittler. Die Polizei sucht daher weitere Zeugen, die Angaben zu Tatverdächtigen machen können. Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 05251/ 3060 entgegen.
Ein solcher Vorfall ist übrigens im Kreis Paderborn keine Premiere. Im Februar 2014 hatten Unbekannte versucht, in der Sparkassenfiliale in Neuenbeken den Tresor hinter einem Geldautomaten zu sprengen. Das Vorhaben scheiterte jedoch, und die Unbekannten mussten ohne Beute abziehen.
entlüftet.
  • Bad Lippspringe

 

Bericht: Westfälisches Volksblatt

 

Bericht: Polizeipresse
 
Bad Lippspringe: Am frühen Dienstagmorgen ist an der Detmolder Straße ein Geldausgabeautomat gesprengt worden, um Bargeld aus dem Gerät zu stehlen. Die Täter erbeuteten eine noch nicht bezifferte Summe und flüchteten vermutlich mit einer dunklen Limousine. Neben den sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen läuft die Spurensicherung am Tatort. Die Detmolder Straße war für drei Stunden gesperrt.
 
Gegen 04.20 Uhr hörten einige Anwohner mehrere Detonationsgeräusche. Ursprung war der Vorraum einer ehemaligen Bankfiliale, in dem ein Selbstbedienungs-Geldausgabeautomat betrieben wird. In den früheren Filialräumen ist eine Physiotherapiepraxis untergebracht. Zeugen beobachteten kurz nach dem Sprenglärm eine große dunkle Limousine, besetzt mit mindestens zwei Personen, die mit quietschenden Reifen vom Tatort in Richtung Marienloh davon fuhr. Bei dem Fahrzeug soll es sich um einen Audi A8 oder einen BMW handeln. Mehrere Anwohner informierten die Polizei per Notruf. Zeitgleich ging die Alarmmeldung von der Alarmanlage des Geldautomaten ein.
Am Tatort wurde festgestellt, dass der Geldausgabeautomat stark beschädigt war. Fensterscheiben am Gebäude waren geplatzt. Die Werkzeuge und Gasflaschen der Täter lagen noch vor Ort. Messungen der Feuerwehr ergaben Rückstände eines Gasgemisches. Vorsichtshalber evakuierte die Feuerwehr die acht Bewohner der Wohnungen über dem Tatort. Verletzt wurde niemand. Die Polizei sperrte die Detmolder Straße zwischen der Waldstraße und der Hauptkreuzung. In den betroffenen Räumen setzte die Feuerwehr Lüftungsgeräte ein, um das verbliebene Gas zu beseitigen. Im Zuge der Tatortaufnahme fielen weitere Schäden im Bereich der Praxisräume auf. Der angerichtete Sachschaden wird auf mehrere 10.000 Euro geschätzt. Aus dem zerstörten Automaten fehlt eine noch unbestimmte Menge Bargeld.
Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. Möglicherweise sind sie bereits vor der Sprengung beobachtet worden. Das von den Täter genutzte Fahrzeug muss unmittelbar am Tatort gestanden haben. Die Polizei sucht weitere Zeugen, die Angaben zu Tatverdächtigen und deren Fahrzeug machen können. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 05251/3060 entgegen.