Ein Gefahrgutunfall auf der A 44 hat in der Nacht zum Mittwoch am Autobahnkreuz Bad Wünnenberg-Haaren einen Großeinsatz der Feuerwehr mit etwa 100 Einsatzkräften ausgelöst.

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BAB 44: Die Ladung des LKW war nicht als Gefahrgut deklariert. Bei Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte an der Einsatzstelle wurde daher das Einsatzstickwort erhöht.
Die Leitstelle alarmierte zusätzliche Feuerwehrkräfte aus Helmern, Bad Wünnenberg, Fürstenberg und Leiberg sowie den ABC-Zug des Kreises Paderborn, der sich mit Kräften aus Delbrück und Paderborn auf den Weg machte. Ebenso wurden Sonderfahrzeuge der Kreisfeuerwehrzentrale und ein Rettungswagen entsandt.
Geschützt durch Atemschutzgeräte und Chemieschutzanzüge wurde die Ladung des umgestürzten LKW-Anhängers durch die Feuerwehr kontrolliert und ausgeräumt.
Ein Austreten von Gefahrstoffen konnte dabei nicht festgestellt werden.
Nach rund fünf Stunden konnte die Feuerwehr die Einsatzstelle an die Polizei übergeben.
Im Einsatz waren rund 100 Feuerwehrkräfte, die Besatzung eines Rettungswagens sowie die Autobahnpolizei mit mehreren Streifenwagenbesatzungen.Einsatzdatum: 06.06.2017
Alarmzeit: 23.23 Uhr
Einsatzort: BAB 44, AK Haaren Fahrtrichtung Kassel

Bericht: Feuerwehr Bad Wünnenberg, Christoph Hesse

  • A 44

 

Bericht Polizeipresse 

Gefahrgut-Unfall mit Sachschaden auf der A 44 in Fahrtrichtung Kassel mit einer Vollsperrung der Autobahn für ca. sechs Stunden
Am 06.06.17, gegen 22.13 Uhr, geriet ein LKW mit Anhänger aus Bochum auf der A 44, Fahrtrichtung Kassel, kurz hinter dem Autobahnkreuz Wünnenberg-Haaren, aus ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab.

Der LKW kam im angrenzenden Grünstreifen zum Stehen, wobei der Anhänger auf der rechten Seite liegend zum Stillstand kam. Die beiden männlichen Fahrzeuginsassen des LKW konnten unverletzt ihr Fahrzeug verlassen. Ein 31-jähriger Fahrzeuginsasse verblieb an der Unfallstelle, der zweite 39-jährige Fahrzeuginsasse flüchtete zu Fuß von der Unfallstelle. Diese Person konnte im Rahmen einer Nahbereichsfahndung aufgegriffen werden. Da bei beiden Fahrzeuginsassen deutlicher Alkoholgeruch in der Atemluft festgestellt wurde und beide angaben, nicht gefahren zu sein, wurde beiden Personen jeweils eine Blutprobe entnommen. Die Führerscheine beider Fahrzeuginsassen wurden einbehalten.

Bei der Unfallaufnahme wurde ein stechender Geruch aus dem Laderaum des umgestürzten Anhängers durch die aufnehmenden Beamten wahrgenommen. Da im Laderaum des Anhängers auch Gefahrgut befördert wurde, wurde der ABC-Zug der Feuerwehr Paderborn durch die Feuerwehrleitstelle alarmiert. Für die Zeit der Unfallaufnahme sowie der Bergung von Anhänger und Ladung wurde die A 44 in Fahrtrichtung Kassel im Autobahnkreuz Wünnenberg-Haaren komplett gesperrt. Für weitere Säuberungsarbeiten im Bereich der Unfallstelle wird der rechte Fahrstreifen bis in die Vormittagsstunden gesperrt bleiben.
Es kam zeitweise zu einem Stau von ca. drei Kilometer Länge. Maßnahmen des Staumanagements wurden durchgeführt.
Der Sachschaden wird auf ca. 20.000 Euro geschätzt

 

Westfälisches Volksblatt
 
Bad Wünnenberg(WV). Ein Gefahrgutunfall auf der A 44 hat in der Nacht zum Mittwoch am Autobahnkreuz Bad Wünnenberg-Haaren einen Großeinsatz der Feuerwehr mit etwa 100 Einsatzkräften ausgelöst. Fahrer und Beifahrer des Lkw-Zuges sollen betrunken gewesen sein. Ein Mann (39) flüchtete: Er wurde noch in der Nacht in Helmern geschnappt.
Bei dem Lkw-Unfall, der eine sechsstündige Vollsperrung der A 44 in Fahrtrichtung Kassel zur Folge hatte, war der Anhänger des Zuges umgestürzt. Polizeibeamte nahmen einen stechenden Geruch aus dem umgestürzten Anhänger wahr, berichtete gestern der Bielefelder Polizeisprecher Michael Kötter. So ging die Polizei von einem Gefahrengutunfall aus, obwohl der Zug nicht entsprechend deklariert gewesen sei.. Die Polizei alarmierte die Feuerwehr.
Der Löschzug Haaren rückte an. Der Säuregeruch führte dazu, die Gefahrenstufe deutlich zu erhöhen. Die Leitstelle setzte jetzt den ABC-Zug des Kreises Paderborn mit Kräften auch aus Delbrück sowie Sonderfahrzeuge der Kreisfeuerwehr und einen Rettungswagen in Marsch. Zusätzlich wurden Feuerwehrkräfte aus Bad Wünnenberg, Fürstenberg, Leiberg und Helmern an der Unfallstelle zusammengezogen. »Es waren rund 100 Einsatzkräfte«, sagte gestern der Bad Wünnenberger Feuerwehrsprecher Christoph Hesse.
In Chemieanzügen und unter Atemschutz hat die Feuerwehr in einem fünfstündigen Einsatz die Ladung des umgestürzten Lkw-Anhängers ausgeräumt und untersucht. »Ein Austreten von Gefahrstoffen konnte dabei nicht festgestellt werden«, sagte Hesse.
Die Autobahnpolizei in Bielefeld spricht von einem Gefahrgutunfall. Es seien Behältnisse mit Benzylamin gefunden worden. Benzylamin dient unter anderem zur Herstellung von Pflanzenschutzmitteln. Bei Verbindung mit Luft besteht sogar Explosionsgefahr. Die Behältnisse hielten wohl dicht.
Fahrer und Beifahrer aus Lünen, die für eine Spedition aus Bochum unterwegs waren, seien unverletzt aus dem Lkw gestiegen. Während der 31-Jährige am verunglückten Fahrzeug geblieben war, habe sich sein 39 Jahre alter Kollege zu Fuß über die Autobahn aus dem Staub gemacht. In die Fahndung nach dem Mann wurde auch die Polizei Paderborn eingeschaltet. In Helmern sei der Mann wenig später aufgegriffen worden.
Beide Männer beschuldigen sich gegenseitig, den Lkw-Zug gefahren zu haben, sagt Polizeisprecher Michael Kötter. Ihre Bekleidung sei sichergestellt worden, um Spuren mit dem Fahrersitz abzugleichen.
Da bei Beiden »deutlicher Alkoholgeruch in der Atemluft« festgestellt worden sei, wurden Blutproben entnommen. Beide Führerscheine sind sichergestellt.
Bis zum gestrigen Vormittag blieb die rechte Fahrspur im Unfallbereich für Säuberungsarbeiten gesperrt. Es bildeten sich drei Kilometer lange Staus.